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Die gröbsten „Löcher“ sind gestopft

Cölbe Die gröbsten „Löcher“ sind gestopft

Seit 2001 sind die Gemeinden durch die Eigenkontrollverordnung (EKVO) verpflichtet, ihre Abwassernetze regelmäßig zu untersuchen und in Dringlichkeitsstufen einzuordnen. Cölbe schließt die ­Sanierung der schwersten Fälle dieser Tage ab.

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Bürgermeister Volker Carle (von links), Peter Carius und Carsten Drobe mit den Plänen des Cölber Abwassernetzes.

Quelle: Agricola

Cölbe. Wenn die Straßenbauarbeiten in der „Alten Dorfstraße“ in Cölbe Anfang Oktober abgeschlossen sein werden, sind im etwa 45 Kilometer langen Abwassernetz der Gemeinde und ihrer Ortsteile nur noch 11 laufende, aber auf verschiedenen Grundstücken liegende, Meter in Zustandsklasse 1 übrig. Klasse 1 heißt „starker Mangel“, innerhalb von zwei Jahren zu beheben. Die Klasse 0, die ein sofortiges Eingreifen erfordert, ist abgearbeitet, berichteten Cölbes Bürgermeister Volker Carle, Carsten Drobe vom Bauamt und Peter Carius vom zuständigen Wettenberger Ingenieurbüro Zick-Hessler.

Zugleich informierte der Bürgermeister darüber, dass die „relativ günstigen Abwassergebühren“ (Carle) von 2,50 Euro pro Kubikmeter weiterhin auf dem Stand von 2006 bleiben und 2010 nicht erhöht würden. „Wir erkaufen unsere niedrigen Abwassergebühren jedoch nicht mit Nichtstun“, fügt Carle hinzu, der angesichts der derzeitigen finanziellen Aussichten froh ist, dass ein wichtiger Teil der Abwassernetzsanierung bereits geschafft ist. Die Gemeinde startete im Jahr 2002 mit den Untersuchungen des Netzes und fing parallel damit an, zu sanieren, so Carle. Insgesamt wurden dafür rund 1,4 Millionen Euro eingesetzt, zusammen mit der Modernisierung der Kläranlagen Bürgeln und Schönstadt sind das 5,9 Millionen Euro.

Auf den neusten Stand gebracht wurden somit nach Angaben der Gemeinde gut 1,8 Kilometer Abwasserleitungen im Ortsteil Cölbe, 910 Meter in Schönstadt, gut 1,3 Kilometer in Bürgeln, 530 Meter in Reddehausen, 245 Meter in Schwarzenborn und 180 Meter in Bernsdorf – das entspricht zwischen 8 (Schönstadt) und 37 Prozent (Bernsdorf) der jeweiligen gesamten Netzlänge.

Ausruhen kann man sich auf diesem Stand allerdings nicht. Vor neuen Schäden sei man nicht gefeit und auch die als geringfügig bis mittel eingeordneten Schäden müssen beseitigt werden, damit sie nicht zum Problemfall werden.
Hier bleibt der Gemeinde noch eine „Wegstrecke“ von 1 750 Metern, mehr als die Hälfte davon entfällt auf den Ortsteil Cölbe (983 Meter). Hier werde darauf geachtet, so Carsten Drobe, dass die Mängel gezielt im Zuge anderer Straßenbauarbeiten erledigt werden könnten. Bislang stellte Cölbe pro Jahr 165 000 Euro für die Sanierung zur Verfügung, ab 2011 sollen dafür jährlich 200 000 Euro bereitgestellt werden.

Viele Schwachpunkte im Netz sitzen nach Angaben der Fachleute nun noch bei den Hausanschlüssen. In einem nächsten Schritt sollen deshalb laut Gesetz auch die privaten Hausbesitzer verpflichtet werden, eine solche Untersuchung in Auftrag zu geben. Doch dafür bleibt ihnen offenbar noch mehr Zeit als ursprünglich geplant, so die Gemeinde: Mit Inkrafttreten der neuen Eigenkontrollverordnung in diesem Jahr werde die Frist zur erstmaligen Überprüfung für „private Zuleitungskanäle“ von 2015 auf das Jahr 2025 erweitert. Eine erneute Prüfung werde demnach erst nach 30 statt nach 20 Jahren fällig. Und Zuleitungskanäle, die ab 1996 neu gebaut oder saniert wurden, müssen erst bis 2040 erneut überprüft werden.

von Michael Agricola

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