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Die, die um ihr Leben betrogen wurden

Volkstrauertag Die, die um ihr Leben betrogen wurden

Kreuze, so weit das Auge reicht. Die Soldatenfriedhöfe im Herzen Europas sind Erinnerung und Mahnung zugleich: Hier darf nie wieder gegeneinander gekämpft werden.

Cölbe. In vielen Orten in Deutschland wird mit feierlichen Veranstaltungen am Sonntag jener gedacht, die aus ihren Heimatorten auszogen, um im Ersten und Zweiten Weltkrieg für ihr Land zu kämpfen. Die meisten kamen nicht mehr zurück. Die Zahl jener, die diese Menschen noch leibhaftig kannten, wird mittlerweile überschaubar. Und doch bleibt die Grundatmosphäre des Volkstrauertages unverändert.

Sind es heutzutage nicht mehr die unmittelbaren Angehörigen - der Ehemann, der Sohn, der Bruder - um die getrauert wird, rücken immer mehr die Gefallenen im Kollektiv in den Mittelpunkt. Es ist die immense Anzahl der Namen, die nach wie vor betroffen macht. Ihre Namen auf den Gedenktafeln bleiben in Erinnerung und mahnen die in friedlichen Zeiten Lebenden alles dafür zu tun, dass solche Kriege für immer Vergangenheit bleiben.

„Erinnern, Gedenken, Lernen, Bewahren“ - das sind auch die Schlagworte mit denen Professor Martin Hein, Bischof der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, am Sonntag in Cölbe auf einen bestimmten Menschen aufmerksam machen will, der von 1897 bis 1945 lebte: Bernhard Heppe, Dieser Mann erlebte den Ersten und den Zweiten Weltkrieg mit und das jeweils als Soldat. In der Zeit zwischen den Kriegen studierte er Theologie und wurde Pfarrer in Cölbe. Das Ende des Zweiten Weltkrieges überlebte er nur wenige Monate, er kehrte aus Kriegsgefangenschaft nicht mehr zurück. Allein sein Tagebuch blieb der Nachwelt erhalten und bot Hein interessante Einblicke in das Leben eines ganz normalen Kirchenmannes, eines Pfarrers in einer sehr schwierigen Zeit. Am Sonntag hält Bischof Hein deshalb ganz bewusst an Heppes alter Wirkungsstätte Cölbe einen Vortrag über jenen Mann.

Dieser Vortrag wird ab 15 Uhr in der Friedhofshalle zu hören sein. Zuvor lädt dort Pfarrerin Annette Hestermann ab 14.30 Uhr zu einer Andacht zum Volkstrauertag ein. Nach Heins Vortrag kommt es zur Kranzniederlegung am Ehrenmal unter Mitwirkung von Ortsvorsteherin Gisela Nagel-Rotarius und verschiedenen Vereinen.

Bund der Vertriebenengedenkt in Göttingen

Der Kreisverband Marburg des Bundes der Vertriebenen lädt zu einer zentralen Feierstunde am Sonntag, 18. November, ab 10.30 Uhr beim Mahnmal der Vertriebenen auf dem Zeißenberg in Lahntal-Göttingen ein. Worte des Gedenkens spricht Dr. Werner Templin, Oberst der Division Spezielle Operationen. Um zahlreichen Besuch bittet der Kreisvorsitzende Kurt Heinl.

von Götz Schaub

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