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Die Weihnacht von Günterod bis Mexiko

Krippenausstellung Die Weihnacht von Günterod bis Mexiko

Der Aufbau läuft bereits seit einem Monat - und die Arbeit, die Elfriede Hahn und Brigitte Stuhl sich gemacht haben, hat sich gelohnt: In der Scheune des Dorfmuseums Oberrosphe kommt Weihnachtsstimmung auf.

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Durch den erleuchteten Stern betrachtet: Elfriede Hahn (links) und Brigitte Stuhl, die die Krippenausstellung in der Scheune des Dorfmuseums Oberrosphe aufgebaut haben.

Quelle: Thorsten Richter

Oberropshe. 60 Krippen, Hunderte von Figuren aus Holz, Porzellan und Zinn, aus Gips, Papier und Wachs. Hunderte kleine Lichter, die die gesamte Scheune mit den alten Wagenrädern und dem blechernen Wasserfass festlich erhellen. Und mittendrin das Jesuskind - in jeder der 60 Krippen und schon am Eingang. Dort liegt das Kind auf Stroh - in diesem Falle ist es eine Babypuppe - nackt und in Windeln gewickelt. „Darum geht‘s ja schließlich bei alledem“, sagt Elfriede Hahn, Vorsitzende des Museumsvereins Oberrosphe. Sie gibt den Blick frei auf die Krippenausstellung, die sie gemeinsam mit Brigitte Stuhl in den vergangenen Wochen für die Adventszeit aufgebaut hat.

Das Dorfmuseum "Alter Forsthof" zeigt im Advent 60 Krippen aus aller Welt. (Fotos: Thorsten Richter)

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Es ist fraglos eine der größten Krippenausstellungen im heimischen Landkreis, wenn nicht die größte. „Und wenn man hier herein kommt, dann wird es Weihnachten“, sagt Brigitte Stuhl und versucht zu erklären, was die Ausstellung, abgesehen von der Größe, zu etwas Besonderem macht. „Die Atmosphäre hier ist so gemütlich - und es kommt gleich festliche Stimmung auf, wenn man die Scheune betritt.“

Es gibt viel zu sehen, dort im Stall zu Oberrosphe. Alljährlich bauen Elfriede Hahn und Brigitte Stuhl die Ausstellung ein wenig anders auf. Mit 60 Krippen aus vielen verschiedenen Teilen der Welt ist die Schau diesmal relativ groß - und sehr reich an Details ist sie außerdem, denn die kleinen Krippen stehen diesmal im Mittelpunkt.

Krippen in Schubladen und Zigarrenkisten

Ein besonders winziges Modell steht in einer oberhessischen Puppenstube auf dem Küchentisch, an dem ein kleines Trachtenpüppchen sitzt und die Mini-Krippenfiguren vor sich anschaut.

Es gibt noch so viel mehr zu entdecken in der Museumsscheune. Krippen aus Afrika und dem vorderen Orient, eine Krippe sogar, die aus Bethlehem selbst kommt, die aus Holz geschnitzt wurde an dem Ort, an dem nach der biblischen Geschichte das Jesuskind zur Welt kam. Brigitte Stuhl hat ein kleines Areal in der Scheune mit Krippenfiguren so gestaltet, dass es wie eine Landkarte wirkt. Schildchen markieren Orte wie Bethlehem oder Sinai, den Sudan, Äthiopien oder den Libanon.

Rund 30 Krippen stehen in diesem Jahr erstmals in der Ausstellung des Museumsvereins. Sie sind Leihgaben oder Geschenke von Familien aus Wehrda, Ockershausen, Bürgeln und Günterod. Zehn Krippen aus ihrer eigenen Sammlung steuert Elfriede Hahn bei. Und dann gibt es noch die Ausstellungsstücke des Museumsvereins. Vertreten sind moderne Krippen und ganz alte - die älteste, eine Krippe mit großen Figuren aus Holz, stammt wohl aus der Zeit um 1900.

Figuren aus Playmobil zum Spielen

Es gibt eine kleine Krippe, die in eine Schublade gebaut ist. „Sie stammt aus Bayern“, erklärt Elfriede Hahn, die das Stück im Internet ersteigert hat. Eine Krippe ist so klein und filigran, dass sie in eine Zigarrenkiste passt, eine andere hängt als Bild gerahmt an der Scheunenwand. Neben einer klassischen Krippe aus dem Erzgebirge mit minimalistisch gestalteten hölzernen Figuren stehen farbenfrohe Krippen aus Mexiko, Peru und Paraguay.

Gleich eingangs der Ausstellung haben Elfriede Hahn und Brigitte Stuhl Krippenfiguren von Playmobil und solche aus Holz auf einem niedrigen Tisch aufgebaut - Kinder können damit spielen und selbst Szenenbilder aufbauen. Im Nebenhaus des Dorfmuseums, nur wenige Meter von der Scheune entfernt, sind selbst gebastelte Papierkrippen zu sehen.

Besucher, die die steile Stiege zum Obergeschoss der Museumsscheune erklimmen, um dort das Krippen-Wunderland zu sehen, sollten auf der Hälfte des Wegs schon einmal innehalten. Auf dem Treppenabsatz kommt eine Krippe aus Ockershausen besonders gut zur Geltung, weil sie auf einem drehbaren Untersatz steht. Die Krippe in der alten Baumwurzel überrascht mit vielen Details, mit Schafen, Hirten und sogar Kamelen, die man entdeckt, wenn man sich etwas Zeit nimmt und genau hinsieht.

HINTERGRUND

Die Krippenausstellung vom ersten bis zum dritten Advents-Wochenende hat jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am kommenden Wochenende, 30. November und 1. Dezember, wird die Krippenausstellung flankiert von einem Advents-Café im Museum mit Sammeltassen und Torten der 60er Jahre. Elfriede Hahn und der Museumsverein servieren Frankfurter Kranz und „Kalte Schnauze“. Am Samstag, 7. Dezember, und Sonntag, 8. Dezember, gibt es samstags einen weihnachtlichen Flohmarkt, ab 17 Uhr eine Adventsfeier, sonntags liest Brigitte Stuhl ab 14.30 Uhr in der Scheune weihnachtliche Märchen für die Kinder. Am dritten Adventswochenende, 21. und 23. Dezember, gibt es an beiden Tagen einen Weihnachtsmarkt auf dem Museumshof. Am Sonntag spielt ab 14 Uhr der Posaunenchor Oberrosphe und ab 15 Uhr Märchenstunde für die Kinder.

von Carina Becker

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