Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Die Pioniere der Bioenergie

Nahwärmenetz Die Pioniere der Bioenergie

Zehn Jahre ist es schon her, dass sich mit dem Bioenergiedorf Oberrosphe das erste der mittlerweile mehr als zehn Bioenergiedörfer im Landkreis gründete, um die Energiewende vor Ort umzusetzen.

Voriger Artikel
Mit Stirnlampe in die Drachenhöhle
Nächster Artikel
Das Fliegen fühlen – ohne zu sehen

Bereiten die Feiern zum zehnjährigen Bestehen des Bioenergiedorfs Oberrosphe im genossenschaftseigenen Heizwerk vor: Friedhelm Koch (von links), Karl-Heinz Metz, Hans-Jochen Henkel, Otto Krebs, Udo Rübeling, Norbert Hahn.

Quelle: Privat

Oberrosphe. Es waren der damalige Pfarrer Bernd Arlt und der frühere Förster Hans Bertram, die sich damals im Dorf auf den Weg machten, um die Nachbarn davon zu überzeugen, dass eine Umstellung des Nahwärmenetzes auf regenerative Energien möglich ist. Im Juli 2007 schließlich fruchteten ihre Bemühungen in der Gründung der Energiegenossenschaft Oberrosphe, mit Beginn der Heizperiode 2008/2009 wurden die Heizungen der damals gut 120 Mitglieder auf die Versorgung durch das mittlerweile ­eigens gebaute Nahwärmenetz umgestellt, das aus einem ebenfalls neu gebauten Heizwerk am Ortsrand gespeist wird. Es verarbeitet Holzhackschnitzel, dadurch werden jedes Jahr mehr als 350000 Liter Heizöl und damit mehr als 650 Tonnen an Kohlendioxid-Emissionen eingespart. Es folgten die Ausstattung der Dächer vieler Genossenschaftsmitglieder mit Solarthermie-Anlagen sowie die Zusammenarbeit mit dem nahegelegenen Bioenergiehof „Vor den Tannen“, von dem die anfallende Wärme bei der Stromerzeugung übernommen und für die Spitzenlast in das eigene Nahwärmenetz eingespeist wird. Die Erfolge des Bioenergiedorfs Oberrosphe wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Titel „Bioenergiedorf 2012“, verliehen vom Bundeslandwirtschafsministerium.

Zentral für den Erfolg des Bioenergiedorfs Oberrosphe ist das große Engagement der Genossenschaftsmitglieder. Sämtliche Arbeiten am Heizwerk, die Befüllung der Brennkammern, aber auch regelmäßige Reini­gungsarbeiten, werden von den mittlerweile 135 Genossenschaftsmitgliedern in Eigenregie übernommen. Sie haben zudem ein über acht Bundesländer reichendes Netzwerk gegründet, dessen Mitglieder sich jährlich treffen und austauschen. Zahlreiche Besuchergruppen aus der ganzen Welt haben sich in Oberrosphe bereits von dem Konzept inspirieren lassen.

Elektro-Autos werden gezeigt

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens will die Genossenschaft nun feiern. Am Samstag, 29. Juli, findet die Jubiläumsveranstaltung auf dem ­Betriebsgelände des Heizwerks am nordwestlichen Ortsrand statt. Weil Elektromobilität nach Überzeugung von Vorstand und Aufsichtsrat gerade im ländlichen Raum immer wichtiger wird, zeigen namhafte Autoaussteller aus dem heimischen Raum verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Das Autohaus Schubert kommt mit zwei Elektro- und einem Hybrid-Auto, das Autohaus Gnau bringt zwei Elektro-Autos mit, die Firma Nau ein Brennstoffzellen-Auto und ein Hybrid-Auto. Die E-Mobilitätsmesse beginnt um 13 Uhr, der Eintritt ist frei.

Ab 16 Uhr lädt das Bioenergiedorf zum Festakt. Unter anderem wollen Bürgermeister Kai-Uwe Spanka und die heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol und Dr. Stefan Heck die Arbeit der Bioenergiegenossenschaft würdigen.

Zugleich findet ein Kinderfest mit einem Spielmobil der Firma Sulzer und einer Hüpfburg statt.

Höhepunkt des geselligen Teils ist eine Heizwerk-Party ab 19 Uhr. Die bayrische Band BMP („Bayrische Musik Power“) spielt auf. Das Repertoire reicht vom ältesten Oldie über Schlager bis hin zum neusten Hit aus den Charts und zum fetzigen Alpenrock. „Wir wollen nicht nur unter uns feiern, sondern gemeinsam mit allen, die uns auf unserem Weg unterstützt haben und unser Ziel teilen“, gibt Vorstandsvorsitzender Hans­Jochen Henkel als Ziel aus.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr