Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Die Münchhäuser sind sich wieder einig

Parlament Die Münchhäuser sind sich wieder einig

Gute Nachrichten aus dem gemeindlichen Kindergarten in Münchhausen: Die Gebühren bleiben konstant, die Kosten für die Gemeinde sind gesunken.

Voriger Artikel
2 200 Module nehmen ihre Arbeit auf
Nächster Artikel
Abby - eine Heldin auf vier Pfoten

Münchhausen setzt bei seiner gemeindlichen Energiewende auf Photovoltaik. In Oberasphe könnten auf vier bis fünf Hektar Solarpaneele errichtet werden.Foto: Martina Koelschtzky

Münchhausen. Fast nur einstimmige Beschlüsse fasste das Gemeindeparlament Münchhausen in seiner jüngsten Sitzung: Ja hieß es etwa zum Solarpark Oberasphe, ein entschiedenes Nein bei der Gasgewinnung durch „Fracking“.

Kontrovers diskutiert wurde am Anfang der Sitzung die Bauland-Förderung für Familien mit Kindern. Das Parlament hatte im Juni beschlossen, die Förderung einzuschränken und nur noch auf gemeindeeigene Neubau-Grundstücke einen Bonus zu gewähren. Gegen die Herausnahme der Förderung von Altbauten in den Ortskernen hatte Bürgermeister Peter Funk (parteilos) Widerspruch eingelegt, weil dies den Zielen der Dorferneuerung und des Erhaltes lebendiger Ortskerne widerspreche.

Über die Begründung des Widerspruchs mit dem Wohl der Gemeinde ärgerten sich vor allem die SPD und die Unabhängige Grüne Liste, aber schließlich einigte man sich darauf, die Förderrichtlinie ganz auszusetzen und mit der Neufestsetzung der Baulandpreise auch eine neue Förderregelung zu finden. Eine gemeinsame Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss sowie Bauausschuss soll verschiedene Modelle durchrechnen.

Einstimmig wurde der Änderung der Rechtsform für die Energie-Marburg-Biedenkopf GmbH in eine GmbH & Co. KG zugestimmt. Die Gesellschaft wird für die Gemeinden, die ihre Konzession für die Stromnetze an die Stadtwerke Marburg vergeben haben, den Rückkauf der kommunalen Stromnetze vorantreiben.

Kita-Verein bringt Vorteil

Ebenfalls einstimmig wurden der Kostenplan und die Gebührenordnung für den gemeindlichen Kindergarten in Münchhausen angenommen. Die vom interkommunalen Verein „Kinder sind unsere Zukunft“ getragene Kindertagesstätte habe den Deckungsbeitrag der Gemeinde um fast 50 000 Euro auf 171133 Euro im kommenden Kindergartenjahr gesenkt, berichtete Funk. Die Gebühren bleiben für das Jahr stabil, bleibe die Entwicklung so positiv, könne über eine Senkung der Elternbeiträge nachgedacht werden, freute sich Funk.

Einstimmig wurde der Beitritt zur „Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH“ beschlossen, die sich um schnelles Internet kümmern wird. Das deutliche Nein des Gemeindevorstandes zum Abbau von Erdgas aus dem heimischen Schiefergestein mittels der umweltgefährlichen „Fracking“-Methode durch einen kanadischen Konzern unterstützte die Gemeindevertretung ebenfalls einstimmig. „Dabei werden Chemikalien ins Grundwasser gespült und es kann zu einer Vermischung von Gas und Grundwasser kommen. Wir als wasserreiches Gebiet können einer solchen Gefährdung unserer Lebensgrundlagen nicht zustimmen, zumal ja niemand genau weiß, woher das Wasser unserer Brunnen kommt und wie weit die Zerstörungen durch die Bohrungen sich auswirken“, erklärte Funk.

Windkraft bleibt Thema

Da die Gemeinde auf die Genehmigung durch das Regierungspräsidium Darmstadt keinen Einfluss habe, riet der Bürgermeister allen Fraktionen, sich an die Abgeordneten in Land- und Bundestag zu wenden. „Das Bergbaurecht ist auf diese neuen Raubbaumethoden nicht ausgelegt und muss geändert werden“, fand er. Die Ansprache der Abgeordneten reichte vielen Gemeindevertretern jedoch nicht aus. „Wir müssen uns auch überlegen, was wir selbst tut können, um diese Katastrophe zu verhindern“, regten Klaus Weisenfeld (SPD) und Rainer Ulbrich (UGL) an.

Einstimmig befürworteten die Gemeindevertreter auch die Einrichtung eines Photovoltaik-Parks auf dem gemeindeeigenen Teil des ehemaligen Bundeswehrdepots in Oberasphe. Dort sollen vier bis fünf Hektar Solarfläche die Gemeinde nahezu strom-autark machen, wie Funk berichtete. Die Aufstellung eines entsprechenden Flächennutzungs- und Bebauungsplans wurde von allen befürwortet.

Die Entscheidung über Standorte für Windkraftanlagen in der Gemeinde verwies das Parlament an die Ausschüsse zurück. In die Entscheidung sollten auch die betroffenen Bürger eingebunden werden, betonte Funk. Nachdem nun das Regierungspräsidium die möglichen Flächen in der Gemeinde bekannt gegeben habe, wolle man auf jeden Fall vor der Aufstellung des neuen Regionalplans eigene Entscheidungen treffen, betonten Mitglieder aller Fraktionen. Funk regte an, sich für eine Herabsetzung der erforderlichen Windgeschwindigkeit einzusetzen, um größere Flächen in der Gemeinde nutzen zu können. Gegebenenfalls werde eine Sondersitzung des Parlaments vor dem 15. November über die Flächen entscheiden.

von Martina Koelschtzky

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr