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„Die Gerste piekst am meisten“

Mellnau „Die Gerste piekst am meisten“

Wintergerste steht noch bis morgen auf dem Ernteplan von Lohnunternehmer Stephan Lölkes aus Mellnau. Von April bis Oktober bietet er Bauern der Region verschiedene landwirtschaftliche Dienstleistungen an.

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Ernte einmal aus der Perspektive des Getreides. Lohnunternehmer Stephan Lölkes fährt derzeit die Wintergerste ein. Neben seinen eigenen 100 Hektar erntet er mit seinen Maschinen für insgesamt 250 Bauern im Landkreis.

Quelle: Thorsten Richter

Mellnau. Draußen steht die Hitze, doch in der Fahrerkabine des Mähdreschers lässt es sich aushalten: Eine Klimaanlage sorgt für konstante 22 Grad Celsius. Überhaupt ist man geneigt, nicht von einer Fahrerkabine, sondern von einem Cockpit zu sprechen. Die Fenster sind gut isoliert, sodass der Fahrer von Staub und Lärm nichts abbekommt. Oben sorgt ein Funkgerät für ständigen Kontakt mit den Kollegen, rechter Hand ein Computer, der nicht nur den aktuellen Erntevorgang überwacht, sondern auch Aufträge abrechnet und Belege ausgibt.

Ein Erntefoto aus der Perspektive des Getreides.

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Zwei kleine Bildschirme liefern dem Fahrer Videobilder: Eine Kamera ist unter der Maschine angebracht, eine zeigt nach hinten. „Wir sind auch mit GPS ausgestattet“, erzählt Stephan Lölkes. „So kann ich von zu Hause immer gucken, wo meine Maschinen gerade unterwegs sind.“

Dann kann es losgehen: Ein kleines, etwa einen halben Hektar großes Gerstenfeld soll Lölkes für den Besitzer ernten. Ein Hänger des Bauern steht bereit, um mit Gerstenkörnern befüllt zu werden. Das Schneidwerk wird angesetzt – auch dies geschieht automatisch – und der Mähdrescher frisst sich in das Feld hinein.

Im Fahrerhaus sitzt man hoch – und direkt über dem Schneidwerk, in dem wie in einem großen Rachen die Gerstenhalme verschwinden. Das Geräusch der kleinen Messer, die sich schnell hin und her bewegen, dringt bis in das sonst so abgeschottete Fahrerhäuschen. Von außen nach innen fährt Lölkes das Feld ab, gekonnt lenkt er dabei das riesige Gefährt um die Ecke. Die Erntemenge zeigt der Bordcomputer am Ende mit 3,56 Tonnen an. „Bei der Gerste haben wir dieses Jahr keine Einbußen aufgrund der Hitze“, erklärt Lölkes. „Die normale Erntemenge bei Gerste liegt pro Hektar zwischen fünf und sieben Tonnen, vielleicht auch einmal bei acht.“ Für das einen halben Hektar große Feld könne der Bauer mit dem Ertrag also durchaus zufrieden sein.

von Tanja Hamer

Mehr zu diesem Thema finden Sie in der gedruckten OP vom 21.07.2010.

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