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Die B 252 taugt immer zu einem Schlagabtausch

B 252 Göttingen Die B 252 taugt immer zu einem Schlagabtausch

Seit einigen Monaten lädt Lahntals Bürgermeister Manfred Apell zu Themenabenden in den Ortsteilen ein. Auch wenn diesmal in Göttingen nur 30 Bürger kamen, traf die Themenwahl „B 252“ den Nerv der Menschen.

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Die Kreuzung von B252 und B62 in Göttingen ist ein Verkehrsknotenpunkt im Nordkreis. Bis die Ortsumgehung begonnen werden kann, werden wohl weitere Jahre ins Land gehen.

Quelle: Nadine Weigel

Göttingen. Neben der Mehrheit der Anwohner, die den Bau der Straße herbeisehnen, waren auch einige Gegner des Straßenneubaus durch die Hardt bei Goßfelden und das Wetschaftstal gekommen, woraus sich auch an diesem Abend manches hitzige Wortgefecht ergab.

Dieter Jesberg von der Münchhäuser Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) sorgte mit seinen klaren Aussagen für Gewissheit zu der erwarteten Klage seines Landesverbandes gegen das Baurecht für die Trasse. Die Entscheidung sei gefallen. Wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliege, werde dagegen geklagt und zwar bis zum Bundesgericht, sagte Jesberg.

Zugleich übte er heftige Kritik an diesem Vorgehen des Nabu Hessen. „Ich werde keine Straße fordern“, sagte Naturschützer Jesberg, „aber wenn eine Straße kommt, dann soll es die Trasse sein, die am naturverträglichsten ist.“ Das sei eindeutig die jetzt verfolgte Westtrasse, so Jesberg.

Gleich zu Beginn der Versammlung, zu der Apell auch den Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Marburg, Willi Kunze, eingeladen hatte, gingen die Emotionen hoch. Zwei Tage zuvor hatte die OP exklusiv berichtet, dass sich der für Ende dieses Jahres versprochene Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehungen zwischen Göttingen und Münchhausen erneut um mehrere Monate verzögern wird.

Grund ist diesmal eine Stellungnahme der EU-Kommission, die das öffentliche Interesse durch den Straßenbau als so hoch bewerten muss, dass es den Eingriff in die Natur rechtfertigt. In Wiesbaden geht man  davon aus, dass diese Prüfung positiv ausfallen wird.

Dies solle man in jedem Fall abwarten, bat Apell gegenüber Bürgern, die ihre Resignation und ihren Frust über die ständigen „Vertröstungen“ kundtaten: „Vorbeugende Aufregung bringt uns nicht weiter.“

Wie tief der Argwohn bei den Anwohnern inzwischen verwurzelt ist, zeigte der Beitrag eines Göttingers, der Kunze unterstellte, er habe diese Information absichtlich zwei Tage vor der Versammlung an die OP weitergegeben, damit „der erste Ärger“ bis dahin verraucht ist. Kunze versicherte, dass dem nicht so war.

Auch im Ministerium sei die Enttäuschung groß gewesen, dass man den Zeitplan nicht einhalten konnte, warb er um Verständnis. Man habe dort auch geprüft, ob Minister Dieter Posch seine Unterschrift auch ohne die EU-Stellungnahme schon unter den Planfeststellungsbeschluss hätte setzen können.
Auch das umstrittene nächtliche Tempo 30 in den Orten an der B 252 wurde angesprochen. Das Land habe bei den betroffenen Bürgermeistern abgefragt, ob die Regelung bleiben solle, die Rückmeldung sei „Ja“ gewesen, war Kunzes Kenntnisstand.

Für die geplanten Lahntaler Anlagen an B 252 und B 62 warnte Manfred Apell schon mal eindringlich: „Richten Sie sich darauf ein: Sie sind alle sechs scharf!“

von Michael Agricola

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