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Der Vogel darf bleiben, der Solaracker soll kommen

Parlament Cölbe Der Vogel darf bleiben, der Solaracker soll kommen

Mit veränderter Planung und erneuter Offenlegung des Bebauungsplanes will Cölbe erreichen, dass der Solaracker auf der ehemaligen Kiesgrube Bernsdorf noch bis zum 30. September realisiert werden kann.

Bürgeln. Die Gemeindevertretung fasste in ihrer jüngsten Sitzung bei drei Enthaltungen den entsprechenden Beschluss.

In der Gemarkung des Cölber Ortsteils soll eine Solaranlage mit Bürgerbeteiligung entstehen. Wie die OP berichtete, ist der ursprünglich angedachte Termin Ende Juni nicht mehr zu halten. Durch die Ankündigung der Landesregierung, die Einspeisevergütung zu senken, ist bereits jetzt eine Verringerung von 15 Prozent zu erwarten ist.

Grund ist das Auftreten des seltenen Flussregenpfeifers, weswegen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) negative Stellungnahmen abgegeben haben. „Der Solaracker hat einen Vogel, und was für einen“, sagte dazu Bürgermeister Volker Carle (parteilos). Inzwischen habe der erste Beigeordnete Thomas Rotarius (Grüne) allerdings ein gutes Händchen bewiesen, mit den Verbänden zu kommunizieren. Am Abend vor der Gemeindevertretersitzung habe es noch einen runden Tisch gegeben.

Nahwärme: Mehr als 80 Prozent der Häuser dabei

Zwar seien noch nicht alle Fragen beantwortet, aber er sei zuversichtlich, dass der von Rotarius entworfene Text nun überzeugen könne, so der Bürgermeister. Dazu beitragen soll auch ein vorgelegter Artenschutzfachbeitrag, der Lösungswege durch Ausgleichsflächen aufzeichne. „Wir wollen Lebensraum schaffen und dafür sorgen, dass gebaut werden kann.“

nIn der Sitzung berichtete die Nahwärmegenossenschaft Schönstadt über ihr Projekt. Mehr als 80 Prozent der Häuser sollen ab Oktober Wärme vom Blockheizkraftwerk des örtlichen Sägewerks erhalten. Heinrich Löwer und Walter Fürstenberg berichteten den Gemeindevertretern, dass die Arbeiten gut vorangingen und die Stimmung im Dorf gut sei. Viele Straßen seien bereits wieder geschlossen, und im Internet könne jeden Tag aktualisiert verfolgt werden, wie es weiter gehe bei Deutschlands größtem Nahwärmenetz.

Keine Mehrheit fand ein Antrag der FDP, während der Bauarbeiten nachts die Straßenbeleuchtung anzulassen. Dr. Michael von Hedenström begründete das Anliegen seiner Partei mit einer erhöhten Unfallgefahr in den Nachtstunden. „Auf der Straße liegt alles Mögliche herum.“ Heinz-Wilhelm Wasmuth (Bürgerliste) hielt dem entgegen, dass die Kosten das Ansinnen der FDP nicht rechtfertigten. Bürgermeister Carle sprach von 11 000 Euro, die die Beleuchtung bereits jetzt mit Abschaltung pro Jahr koste.

Ute Hoppe (Grüne) verwies darauf, „dass sich die Taschenlampe bewährt hat“. Fraktionskollegin Carola Carius hob hervor, dass die Absperrungen im Übrigen vorbildlich seien. Bei zahlreichen Enthaltungen stimmten bei ebenso vielen Gegenstimmen nur sechs Gemeindevertreter mit Ja, womit der Antrag abgelehnt war.

von Heiko Krause

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