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Nordkreis „Danke, dass Sie nicht wegsehen“
Landkreis Nordkreis „Danke, dass Sie nicht wegsehen“
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19:51 17.05.2010
Im Beisein Jugendlicher aus dem Kreis überreichten Newroz Duman (links) und Jackie Mwaura (5. von links) den Preis der Jugendlichen ohne Grenzen an Vertreter des Unterstützerkreises der Familie Kpakou: Marion Falke (2. von links), Wiltrud Lambinet-Potthoff und Dieter Klusowski. Quelle: Michael Agricola

Marburg. „Jugendliche ohne Grenzen“ haben sich 2005 gegründet und begleiten seitdem die jährlichen Innenministerkonferenzen mit einer eigenen Konferenz am jeweiligen Veranstaltungsort. Die Jugendlichen vergeben dort öffentlichkeitswirksam einen Negativpreis für den Innenminister mit den meisten Abschiebungen.

Seit dem vergangenen Jahr wird auch ein undotierter „Positiv“-Preis an Initiativen verliehen, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Bei der Innenministerkonferenz vergangenen Herbst in Bremen wurde der Unterstützerkreis der Familie Kpakou aus Cölbe dafür ausgewählt. Die Initiative konnte den Preis aber nicht persönlich entgegennehmen. Deshalb wurde die Übergabe in Marburg nachgeholt.

Newroz Duman und Jackie Mwaura von JoG Hessen übergaben den Preis an Wiltrud Lambinet-Potthoff, Marion Falke und Dieter Klusowski vom Unterstützerkreis der Familie Kpakou. Der hatte dazu die Kinder- und Jugendparlamente des Kreises und der Stadt Marburg eingeladen, von denen sich einige Vertreter auch ein Bild von der Arbeit der Jugendlichen ohne Grenzen machen konnten.

JoG fordert von den Innenministern unter anderem ein Bleiberecht für alle und die vorbehaltslose Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. Auch die Abschaffung der Residenzpflicht – die Flüchtlinge dürfen ihren Landkreis nicht verlassen – und die Möglichkeit, auch nach der 9. Klasse Schulen zu besuchen oder eine Ausbildung zu machen, gehört für sie dazu.

Mit diesen Sorgen und Einschränkungen hatte auch die Cölber Flüchtlingsfamilie Kpakou jahrelang gelebt, bis es zur bundesweit bekannt gewordenen Abschiebung des größten Teils der Familie kam. Nur der schwerkranke Vater ist weiterhin in Cölbe, berichtete Wiltrud Lambinet-Potthoff. Er ist arbeitsunfähig und fällt damit nicht mehr unter die Altfallregelung. Wieder ist er nur „geduldet“. „Das ist der schlechteste rechtliche Status, den man sich denken kann“, sagte Lambinet-Potthoff. Sie berichtete weiter, dass der Unterstützerkreis den Kindern und der Mutter, die inzwischen zum Teil in Ghana und in Togo leben, weiter finanziell unter die Arme greife. Für den Vater sei ein neuer Asylantrag gestellt worden.

Für dieses Engagement verdiene der Unterstützerkreis den Preis, erklärte Mwaura. „Weil Sie nicht einfach wegsehen. Und weil bei Ihnen aus den Augen nicht auch aus dem Sinn ist“.

Weitere Informationen über den Unterstützerkreis und den Fall der Familie Kpakou gibt es im Internet unter www.familie-kpakou.net. Die Jugendlichen ohne Grenzen erreicht man unter der Adresse www.jogspace.net.

von Michael Agricola

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