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Cölbe will Stromnetz zurückkaufen

Aus dem Ausschuss Cölbe will Stromnetz zurückkaufen

Aktive Beteiligung an den Stromnetzen und schnelles Internet: Die Gemeinde Cölbe bringt in ihrer nächsten Gemeindevertretersitzung am kommenden Mittwoch zwei Zukunftsthemen einen Schritt weiter.

Cölbe. Bei einer Enthaltung hat der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung empfohlen, einer zu gründenden Breitbandgesellschaft des Landkreises Marburg-Biedenkopf beizutreten.

Wie Dr. Frank Hüttemann von der Wirtschaftsförderung des Kreises erläuterte, gebe es seit 2010 einen großen Handlungsdruck seitens der Bürgerinnen und Bürger, aber vor allem aus Unternehmenskreisen, schnelles Internet bereitzustellen.

Gespräche mit verschiedenen Anbietern, vor allem der Telekom, hätten ergeben, dass diese nicht bereit seien, den Ausbau voranzutreiben. Die „Breitband Marburg-Biedenkopf“ wolle nun in den kommenden drei bis fünf Jahren in jeden Ort des Kreises Glasfaser legen, von den Endpunkten könnten dann über bestehende Leitungen, natürlich mit Verlust, die Kunden schnelleres Internet bekommen, oder selbst bis zum Haus verlegen. Hüttemann und Bürgermeister Volker Carle (parteilos) wiesen darauf hin, dass Cölbe heute noch verhältnismäßig gut da stehe, gleichwohl bestehe Handlungsbedarf.

Einsatz für die Gemeinde:5 Euro pro Einwohner

Für die zu erbringende Eigenkapitaleinlage muss die Gemeinde 34720 Euro aufbringen, jeweils fünf Euro pro Einwohner. Hinzu kommt ein Anteil für die Ausfallbürgschaft in Höhe von zehn Euro pro Bürger. Langfristig, so Hüttemann, könne ein kleiner Profit erwirtschaftet werden, das Land Hessen fördere das Projekt, sodass der Kreis insgesamt nur zehn Millionen Euro aufbringen müsse.

Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, in den kommenden Haushalt 942000 Euro als Einlage in die Energiegesellschaft Marburg-Biedenkopf einzustellen. Bürgermeister Carle betonte, dass die Gemeinde beschlossen habe, ihr Stromnetz über diese zurückzukaufen, und die Kredite würden über die Erlöse abgedeckt.

Die Konzession für ihr Stromnetz hatte Cölbe wie eine Reihe anderer Kommunen an die Stadtwerke Marburg vergeben. Wir Stadtwerkevertreter Fabian Kauffmann berichtete, ruhe derzeit ein vom alten Versorger Eon-Mitte angestrengtes Kartellverfahren. Der Eon-Konzern hatte vor kurzem angekündigt, Anteile seiner Tochter Eon Mitte, die im Landkreis derzeit noch Eigentümer der Stromnetze ist, verkaufen zu wollen. Für den Fall, dass der Landkreis, wie angestrebt, Anteile von Eon Mitte zurückkauft, behält sich Cölbe vor, kostenneutral aus der Energie Marburg-Biedenkopf wieder auszusteigen.

Beschlossen wurde eine Erhöhung der Hundesteuer. Ein Ersthund kostet in Cölbe ab kommendem Jahr 72 statt 60 Euro. Für den Zweithund werden 108 (90) Euro fällig, und jeder weitere kostet 144 (120) Euro. Die SPD kündigte für die Gemeindevertretung einen Antrag an, nach dem Hunde, die aus einem öffentlichen Tierheim stammen, ein Jahr lang steuerfrei bleiben.

von Heiko Krause

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