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Nordkreis Kai-Uwe Spanka braucht einfache Mehrheit
Landkreis Nordkreis Kai-Uwe Spanka braucht einfache Mehrheit
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13:14 19.02.2018
Seit 2006 ist Kai-Uwe Spanka Chef im Wetteraner Rathaus. Sonntag entscheidet sich, ob er es bleibt. Quelle: Dominic Heitz
Wetter

Ab Sonntagmorgen um acht Uhr können die Wetteraner Bürger ihre Stimme bei der Direktwahl des Bürgermeisters abgeben. Der amtierende Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (parteilos) strebt nun seine dritte Amtszeit an.

Die Besonderheit bei dieser Wahl ist, dass der Wähler sich nicht zwischen zwei oder mehr Anwärtern entscheiden kann, sondern lediglich, ob er für oder gegen Spanka als Bürgermeister ist. Auf den Wahlzetteln kann dementsprechend auch nur „Ja“ oder „Nein“ angekreuzt werden.

Für den Wahlsieg reicht eine einfach Mehrheit. Sind über die Hälfte der abgegebenen Stimmen Jastimmen, bleibt der Verwaltungschef im Amt.

7 120 Bürger dürfen wählen

Weil es auch kein Quorum bei der Wahl gibt – eine Menge von Stimmen, die im Verhältnis zur Anzahl der Wahlberechtigten erreicht werden muss, damit die Wahl gültig ist – könnte es theoretisch zu einem kuriosen Wahlausgang kommen: Würde nur eine einzige gültige Stimme abgegeben und wäre das eine Jastimme, ist für Spanka die Wahl gewonnen. Das könnte natürlich auch seine eigene Stimme sein.

Das darf getrost als unwahrscheinlich bezeichnet werden. Wählen darf schließlich nicht nur der Bürgermeister selber, sondern dürfen sämtliche volljährigen EU-Bürger, die seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Wetter gemeldet haben.

Aktuell sind 7 120 Männer und Frauen im Wählerverzeichnis gelistet, sagt Wahlleiter Benjamin Belz (Privatbild). Belz wird die Wahl erstmalig leiten, weil sich Gerhard Wagner Ende Mai in den Ruhestand verabschieden will. Wagner hatte bei vielen Wahlen zuvor als Wahlleiter der Gemeinde fungiert.

In insgesamt 13 Wahllokalen sind die Urnen aufgestellt (siehe Grafik). Das Lokal wird jedem Wahlberechtigten zugeteilt; frei entscheiden, welche Urne sie ansteuern, können die Wetteraner nicht. Die Gemeindeverwaltung weist darauf hin, dass sämtliche Wahllokale barrierefrei gestaltet sind.

Wahlleiter: Auszählung dürfte schnelle gehen

Wer am Sonntag aber nicht vor die Tür gehen möchte, hat bis heute noch die Möglichkeit, die Briefwahl zu beantragen. Am Donnerstagmittag hatten das bereits 358 Wahlberechtigte getan; 302 hatten ihre ausgefüllten Stimmzettel sogar schon eingereicht.

Weil es nur einen Kandidaten gibt, rechnet Wahlleiter Belz auch nicht damit, dass ein vorläufiges Ergebnis lange auf sich warten lässt. „Es dürfte schnell gehen“, sagt er.

Nachdem die Wahllokale um 18 Uhr schließen, sollen die Wahlhelfer unverzüglich mit der Auszählung der Stimmzettel beginnen. Über 80 Männer und Frauen sind als Helfer am Sonntag an der Entscheidung beteiligt. Beim Wahlleiter laufen die Ergebnisse ein. Aus seinem Büro werden die Zahlen dann in die Stadthalle übertragen.

Die Halle ist ab 17.30 Uhr geöffnet, dort werden die Ergebnisse präsentiert. Kai-Uwe Spanka will nach Schließung der Wahllokale auch dort sein.

Das Ergebnis, das am Sonntagabend veröffentlicht wird, ist lediglich vorläufig. Am Dienstag, 20. Februar, kommt um 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses der Wahlausschuss zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Der Ausschuss prüft die Unterlagen und stellt das endgültige Ergebnis fest, das dann im Amtsblatt veröffentlicht wird.

Daraufhin kann 14 Tage lang Einspruch dagegen erhoben werden. In einer Sitzung der Stadtverordnetenversammlung entscheiden die Parlamentarier schließlich über etwaige Einsprüche und die Gültigkeit der Wahl.

Wahlleiter Belz weist daraufhin, dass sich Bürger noch melden können, wenn sie keine Benachrichtigung erhalten haben, aber wahlberechtigt sind.

von Dominic Heitz