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Bürgermeister startet in die zweite Amtszeit

Stadtparlament Wetter Bürgermeister startet in die zweite Amtszeit

Am 1. Juli tritt Kai-Uwe Spanka seine zweite Amtszeit als Bürgermeister von Wetter an. Beiseiner Vereidigung am Dienstagabend gab es aber nicht nur harmonische Töne.

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Der alte und neue Bürgermeister der Stadt Wetter, Kai-Uwe Spanka (rechts), legt vor dem Parlament mit dem Stadtverordnetenvorsteher Nils Jansen (links) und zahlreichen Besuchern im Amönauer Bürgerhaus den Amtseid ab.Foto: Michael Agricola

Amönau. Dass aus der Arbeitsbeziehung zwischen dem parteilosen Bürgermeister der Stadt Wetter und dem Parlament noch eine große Liebe wird, ist nicht unbedingt zu erwarten. Dass sich beide Seiten um ein gedeihliches Auskommen bemühen, ist seit der Wahl im März aber zu spüren. Dass es noch immer Empfindlichkeiten nach einem harten Wahlkampf und diversen Streitpunkten in der nun ablaufenden ersten Amtszeit des parteilosen Rathauschefs gibt, klang aber auch am Dienstagabend durch.

Der Stadtverordnetenvorsteher Nils Jansen (SPD) erinnerte bei Spankas Vereidigung im Dorfgemeinschaftshaus in Amönau noch einmal an den überwältigenden Vertrauensbeweis durch die Bürger - mit mehr als 70 Prozent der Stimmen schon im ersten Wahlgang. Dies sei zugleich eine große Verpflichtung gegenüber den Bürgern und er hoffe und wünsche Spanka, so Jansen weiter, dass „Sie daraus ihre Schlüsse ziehen“ und das Amt „ernsthaft und gewissenhaft“ vorsehen. Der Erste Stadtrat Peter Naumann wünschte beiden Seiten, aber auch dem Magistrat mit Spanka an der Spitze, vor allem eine gute Zusammenarbeit in den kommenden sechs Jahren.

Ihm sei durchaus bewusst, dass er nicht der Wunschkandidat der 31 Stadtverordneten sei, entgegnete Spanka. Er räumte ein, dass er in der Vergangenheit auch „das eine oder andere früher oder umfangreicher“ an die Parlamentarier oder den Magistrat hätte „heranbringen“ können. Das beruhe aber auch auf Gegenseitigkeit, spielte er den Ball nach den selbstkritischen Worten zurück.

Missglückte Sitzung des Jugendausschusses wirkt nach

Wie dünn das Eis der Harmonie noch ist, zeigte sich zu Beginn der Sitzung: Bevor es zum feierlichen Amtseid kam, bezog Spanka Stellung zur Kritik am unglücklichen Verlauf der jüngsten Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses des Parlaments.

Dort hatten aus Sicht der Ausschussmitglieder einige Tagesordnungspunkte nur unzureichend bearbeitet werden können. Die OP hatte über den Verlauf der Sitzung berichtet und die Kritik abgebildet, die sich auch auf den Bürgermeister bezog, nach dem Motto: Das hätte besser vorbereitet sein müssen.

Der Knackpunkt: Der Bürgermeister befand sich zum Zeitpunkt der Sitzung im Urlaub, an seiner Statt sollte ein anderes Magistratsmitglied Auskunft geben, zudem waren zu Teilen der Tagesordnung Vertreter der Verwaltung und des St-Elisabeth-Vereins anwesend. Dass diese Lösung nicht so wie gedacht funktioniert hatte, wollte sich Spanka nicht ankreiden lassen. Er holte zum verbalen Gegenschlag aus.

Die OP wurde gescholten, weil sie die Diskussion im Ausschuss abgebildet hatte, ohne ihn noch einmal zu befragen. Allerdings befand sich der Bürgermeister bis zur Fertigstellung des Artikels offiziell in seinem Urlaub.

Den Rest der Schuld bekamen die Magistratsmitglieder Helga Hübener (SPD) und Konrad Moog (CDU) zugeschoben. Hübener hätte nach der Absprache im Ausschuss berichten sollen. Darauf sei sie auch vorbereitet gewesen - wobei alle Magistratsmitglieder den gleichen Kenntnisstand haben müssten.

Warum sie sich dann durch den Magistratskollegen Konrad Moog habe vertreten lassen, und warum der nicht umfassend habe Auskunft geben können, wisse er nicht, so Spanka.

Helga Hübener bestätigte auf OP-Nachfrage, dass sie wegen eines anderen Termins kurzfristig mit Konrad Moog vereinbart hatte, dass er an ihrer Stelle die Sitzung besucht. Das tat er auch, aber ganz offensichtlich weder zur Zufriedenheit des Ausschusses noch zu der des Magistrats und des Bürgermeisters. So nahm er in der Sitzordnung zum Beispiel nicht den „offiziellen“ Platz neben der Sitzungsleitung ein, der ihn als Vertreter des Bürgermeisters kenntlich gemacht hätte. Die Gründe dafür konnten im Magistrat bisher nicht endgültig geklärt werden, so Hübener, weil nun Konrad Moog im Urlaub weilte.

von Michael Agricola

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