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Bis zum Schluss umstritten

Norma-Markt Bis zum Schluss umstritten

Morgen entscheidet das Parlament Cölbe über eine notwendige Abweichung vom Regionalplan in Sachen Norma-Markt in Bürgeln.

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Die Fläche neben dem Bürgerhaus in Bürgeln wird derzeit noch landwirtschaftlich genutzt. Hier soll ein Nahversorgungszentrum entstehen.

Quelle: Heiko Krause

Cölbe. Weil das Gelände neben dem Bürgelner Bürgerhaus, auf dem ein Nahversorgungszentrum mit einem Norma-Lebensmittelmarkt geplant ist, derzeit noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist, soll die Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung einer Abweichung vom Regionalplan Mittelhessen und dem Flächennutzungsplan zustimmen. Im Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss fand sich nach kritischer Diskussion dafür eine Mehrheit.

Wie die OP berichtete, hat die Gemeindevertretung bereits den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages und eines Durchführungsvertrages mit der Lebensmittelhandelsgesellschaft beschlossen. Neben einem Lebensmittelmarkt sollen zwei oder drei Fachmärkte, beispielsweise eine Drogerie, angesiedelt werden sowie ein Ärztehaus mit Apotheke. Der Ortsbeirat Schönstadt hat Bedenken angemeldet, seine Stellungnahme wurde im Ausschuss jedoch nicht behandelt, da sie erst kurzfristig eingereicht wurde.

Die Entscheidung über die Genehmigung der Abweichung zum Regionalplan liegt letztendlich beim Regierungspräsidium in Gießen. Ute Hoppe (Grüne) verwies darauf, dass großflächiger Einzelhandel von mehr als 800 Quadratmetern nur für Ober- und Mittelzentren vorgesehen sei, und das sei Bürgeln sicher nicht. Im Übrigen dürfe er auch nicht außerhalb der Ortslagen errichtet werden. Barbara Krutzsch vom beauftragten Planungsbüro verwies darauf, dass es eben deshalb den Antrag auf Änderung beim RP gebe. „Augenblicklich werden 40 Prozent der Kaufkraft aus der Gemeinde herausgetragen“, sagte sie. Mit dem neuen Markt sei es möglich, 100 Prozent vor Ort zu halten. Die Signale aus Gießen seien durchaus positiv, so Krutzsch.

Hoppe monierte weiter, dass man nichts gegen einen Discounter habe. Zusammen mit den Fachmärkten werde es aber einen Verdrängungswettbewerb geben, dem sicher andere Läden zum Opfer fielen. Vor allem über den Bestand des kleinen Gutkauf-Geschäfts in Schönstadt zeigte sie sich besorgt. Sie sei sicher, dass er nicht überleben werde.

Dagegen verwies Hildegard Otto (SPD) darauf, dass nicht nur Schönstadt, Cölbe und Bürgeln im Blickpunkt stehen dürften. „Wir sind auch noch da“, so Reddehausens Ortsvorsteherin. Peter Ziegenspeck (Bürgerliste) zeigte sich überzeugt, dass die Schönstädter weiter in ihrem Laden einkaufen würden, er also keinen Schaden nehmen werde. Gerhard Lölkes (CDU), verwies darauf, dass niemand wissen könne, wer sich letztendlich am Markt durchsetze. Der Ausschuss votierte letztlich bei einer Enthaltung und der Gegenstimme Hoppes für den Antrag.

In den Ausschüssen verbleiben soll die Entscheidung über den zukünftigen Standort des Feuerwehrgerätehauses. Im Gespräch ist ein Neubau am jetzigen Domizil in der Ortsmitte oder eine Liegenschaft im Industriegebiet. Wie Bürgermeister Volker Carle (parteilos) berichtete, gebe es noch keine Stellungnahme des Hessischen Innenministeriums bezüglich Hilfsfristen und der Lage des Alternativstandortes im Hochwasserbereich.

von Heiko Krause

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