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Bio-Genossen setzen auf Ökostrom

Oberrosphe Bio-Genossen setzen auf Ökostrom

Eine Genossenschaft bietet Vorteile. Diese nicht neue, aber zunehmend wieder aktuelle Einsicht bestätigt sich einmal mehr in Oberrosphe.

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Im Kreise von Mitgliedern der Bioenergie Oberrosphe betrachten Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne (3. von links) und Genossenschaftsvorsitzender Hans-Jochen Henkel (2. von rechts) die Rahmenvereinbarung.

Quelle: Michael Agricola

Oberrosphe. Die Genossenschaft Bioenergiedorf Oberrosphe, die seit fast zwei Jahren mit dem gemeinsam betriebenen Holzhackschnitzelheizwerk, dem zugehörigen Nahwärmenetz und einer Photovoltaikanlage die Energiewende vor der eigenen Haustür aktiv angeht, handelte in einem Pool-Rahmenvertrag mit den Stadtwerken Marburg nun auch günstige Konditionen für Ökostrom aus.

Natürlich steht es jedem frei, von wem er seinen Strom bezieht, insofern könnte sich jeder Haushalt im Kreis auch ohne eine solche Vereinbarung für den Strom der Stadtwerke entscheiden. Mit dem Vertrag, den Genossenschafts-Vorstandsvorsitzender Hans-Jochen Henkel und Stadtwerke Geschäftsführer Rainer Kühne am Mittwoch in Oberrosphe besiegelten, profitiert aber zusätzlich die Genossenschaft von einer solchen Entscheidung.
Vertragspartner für die Privatkunden sind jeweils die Stadtwerke. Für die „Vermittlung“ bekommt die Genossenschaft einen Nachlass auf den Strombezug. Wie hoch der ausfällt, wollten beide Partner bei der Präsentation der Zusammenarbeit allerdings nicht beziffern.

Henkel berichtete, dass es Wunsch der Mitglieder war, einen solchen Rahmenvertrag zu schließen. Bundesweit wurden sieben Angebote eingeholt, und obwohl es nicht das günstigste Angebot war, entschieden sich die Genossen für die Stadtwerke. Der Wunsch nach Ökostrom und der regionale Bezug der Stadtwerke hätten den Ausschlag gegeben. Außerdem verspricht man sich in Zukunft weitere Vorteile aus der Zusammenarbeit mit dem regionalen Energieversorger, etwa über die Ausstattung mit schnellem Internet über Glasfaserkabel. In der Partnerschaft erkennen die Beteiligten daher auch „nur Vorteile“. Laut Kühne erhalten die Stromkunden in Oberrosphe mit dem Marburger Ökostrom ein „Grünstrom“-Produkt, das sogar günstiger sei als die meisten „Graustrom“-Angebote (Strom-Mix aus Atomkraft, fossilen und regenerativen Quellen). Die Genossenschaft profitiert über den Rabatt, während die Stadtwerke ihre Kundenzahl außerhalb ihres Kerngebiets vergrößern. Etwa 70 Verträge seien bereits abgeschlossen, freute sich Kühne. Ziel sei es, alle 230 Oberrospher Haushalte mit dem grünen Stadtwerke-Strom zu versorgen, so der Geschäftsführer weiter: „Dass schon ein Drittel der Haushalte in Oberrosphe das Angebot nutzen wollen, ist ein toller Erfolg. Und es zeigt, wie stark die Genossenschaft in der Bevölkerung verankert ist.“

Insgesamt hat die Bioenergie Oberrosphe derzeit 122 Mitglieder. Und die Genossen werden nun gemeinsam alles daran setzen, dass möglichst viele Oberrospher dem Beispiel folgen und Ja zum Marburger Ökostrom sagen.

von Michael Agricola

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