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Nordkreis Belastungsprobe für die schnellen Helfer
Landkreis Nordkreis Belastungsprobe für die schnellen Helfer
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17:09 03.04.2017
Versorgung der Verletzten: Die Rettungskräfte der Feuerwehr und der Malteser stellten bei dem Einsatz eine gute Zusammenarbeit unter Beweis. Quelle: Michael Hoffsteter
Sterzhausen

Zwei stark beschädigte Autos mit blutenden Verletzten im Inneren, eines ­gegen eine Scheunenwand gekracht und rauchend, das andere auf dem Dach liegend. Diese Lage fanden die Helfer vom Malteser Rettungsdienst in der Oberdorfer Straße oberhalb des Dorfplatzes bei ihrer Ankunft vor.

Schnell war klar, dass eine Rettung der Verletzten ohne die ­Hilfe der freiwilligen Feuerwehr und deren technischer Geräte­ sowie weitere Rettungswagen und Notarzt nicht möglich sein würde. Außerdem drohte Brandgefahr. Doch die anfangs scheinbar übersichtliche Situation sollte sich stetig verschlimmern, die Zahl der benötigten Helfer und die Anforderungen an diese sich ständig vergrößern.

Verletzte setzen Rettungskräfte unter Dauerstress

Immer, wenn eine Stelle fast abgearbeitet war, passierte etwas Neues. So waren die eingeklemmten Verletzten kaum aus Unfallfahrzeugen befreit, als ein lauter Knall ertönte und Rauch aus dem Scheunengebäude quoll. Die Feuerwehrkräfte begannen mit dem Löschen, zugleich suchten Atemschutzgeräteträger im Inneren, wo teilweise null Sicht herrschte, nach Verletzten.

Schließlich waren fünf Personen, teils mit schweren Verbrennungen und offenen Brüchen, die von Mitgliedern des Mimtrupps der DRK-Bereitschaft Marburg überzeugend dargestellt wurden, von den Rettungskräften der Malteser sowie ausgebildeten Feuerwehr-Sanitätern bis zum Abtransport versorgt. Auch zwei Tote, dargestellt durch Übungspuppen, bargen die Helfer. Zu guter Letzt wurde auch noch angenommen, dass sich einer der Atemschutzgeräteträger verletzt habe und dieser ebenfalls aus der Scheune gerettet werden müsse.

Wehrführer Markus Rein lobte die gute Zusammenarbeit

Insgesamt halfen etwa 70 Personen bei der Übung mit, acht Feuerwehrfahrzeuge aus den Lahntaler Ortsteilen und drei Rettungstransportwagen des Malteser Hilfsdienstes sowie der technische Einsatzleitwagen des Landkreises waren vor Ort. Sterzhausens Wehrführer Markus Rein erläuterte den gut 100 Zuschauern per Megaphon den Übungsablauf. Er hatte die Übung gemeinsam mit seinem Stellvertreter Dominik Riehl und Ole Behrndt ausgearbeitet.

„Wir wollten die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr in einer Dauerstress-Situation für alle Einsatzkräfte proben. Dafür haben wir uns bemüht, Chaos zu erzeugen und durch hinzukommende Einsatzstellen den Stresswert permanent hoch zu halten“, erläuterte Riehl. Direkt nach der Übung besprachen die Führungskräfte den Ablauf. Bis auf Kritik an Kleinigkeiten waren sie sich einig, dass die Aufgaben gut bewältigt wurden und die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr sehr gut funktionierte. Kreisbrandinspektor Lars Schäfer lobte die Organisatoren der Übung: „Das habt ihr toll gemacht.“

von Manfred Schubert

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