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Nordkreis „Bei der Arbeit Hand in Hand“
Landkreis Nordkreis „Bei der Arbeit Hand in Hand“
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18:23 24.04.2017
Übergabe von Anerkennungsprämien des Landes an langjährig aktive Feuerwehrleute: Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (von links), Carsten Immel, Robert Wiegand, Hartmut Craß, Timo Muth, Andreas Garthe, Michel Ammon, Andreas Chales-de Beaulieu, Stadtbrandinspektor Stefan Ronzheimer und Kreisbrandmeister Stephan Schienbein. Quelle: Manfred Schubert
Unterrosphe

„Danke für ­euer ehrenamtliches Engagement. Ich durfte miterleben, wie es beim nächtlichen Einsatz am Dorfmuseum in Oberrosphe war. Bei der Arbeit Hand in Hand zeigte sich, was für eine tolle Feuerwehr wir in Wetter haben“, sprach Bürgermeister Kai-Uwe Spanka den Aktiven der freiwilligen Feuerwehren der Stadt Wetter während der gemeinsamen Jahreshauptversammlung (JHV) seine Anerkennung aus.

Auch Kreisbrandmeister Stephan Schienbein hob vor den 100 Teilnehmern neben dem insgesamt „beachtlichen Jahresbericht“ des Stadtbrandinspektors Stefan Ronzheimer die „gute Leistung“ in Oberrosphe hervor, durch die in enger Ortslage ein Vollbrand des Hauses verhindert worden sei. Die Feuerwehr Wetter sei ein verlässlicher Partner, betonte er und rechnete vor, dass ihre ehrenamtliche Arbeit zum Mindestlohntarif über 120 000 Euro gekostet hätte, aber eigentlich unbezahlbar sei.

Ronzheimer berichtete, dass den Einsatzabteilungen der sieben Stadtteilfeuerwehren, die auf neun Feuerwehrhäuser verteilt sind, zum Jahresende 183 Mitglieder angehörten, sieben weniger als im Vorjahr. Neun davon sind weiblich. Bis auf ­Todenhausen verfügen alle sieben Feuerwehren über Jugendfeuerwehren. Diesen gehören 40 Jungen und zwölf Mädchen an. Die 2014 in Amönau gegründete erste Kinderfeuerwehr der Stadt, die „Löschbären“, hat 14 Mitglieder.

(Verleihung von Brandschutzehrenzeichen des Landes Hessen und Ehrenmedaillen des Nassauischen Feuerwehrverbandes: Gunter Vogel (von links), Holger Dersch, Kreisbrandmeister Stephan Schienbein, Robert Wiegand, stellvertretender Stadtbrandinspektor Carsten Immel, Steffen Schäfer, Stadtbrandinspektor Stefan Ronzheimer, Christian Koch, Bürgermeister Kai-Uwe Spanka und Markus Jesberg. Foto: Schubert)

Für die Einsatzkräfte sei 2016 mit „nur“ 85 (2015: 122) Einsätzen an 47 Einsatzstellen ein „ruhiges Jahr“ gewesen. Bei 30 Bränden, 43 Hilfeleistungen, und zwölf Fehlalarmen leisteten sie 909 Personenstunden.

Sieben Verletzte wurden bei diesen Einsätzen gerettet, für zwei Personen kam jede Hilfe zu spät. Fast ein Drittel aller Einsätze, nämlich 24, ereignete sich an einem Sonntag. Die durchschnittliche Ausrückzeit habe­
bei sehr guten vier Minuten ­gelegen, die durchschnittliche Einsatzdauer eineinhalb Stunden betragen.

Besondere Einsätze seien das Unwetter in Oberndorf mit 14 voll gelaufenen Kellern am 2. Juni und die Windhose in Oberrosphe am 4. September gewesen. Solche Einsätze würden in Zukunft nicht weniger werden, prognostizierte Ronzheimer.
Die bei Einsätzen, Lehrgängen, Ausbildung, Übungen, Gerätewartung, Verwaltung, Lehrgängen und Jugendarbeit geleisteten Zeiten summieren sich auf etwa 150 00 Stunden, die die Feuerwehrleute im Vorjahr für die Sicherheit ihrer Mitbürger ehrenamtlich arbeiteten.

Ehrungen und Termine

  • Brandschutzehrenzeichen des Landes Hessen in Gold für 40-jährige Dienstzeit in ­Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung: Robert Wiegand, Wetter; in Silber für 25-jährige Dienstzeit: Markus Jesberg, ­Todenhausen.
  • Ehrenmedaille des Nassauischen Feuerwehrverbandes in Gold für 30-jährige Dienstzeit: Holger Dersch, Treisbach; Klaus-Peter Gärtner, Warzenbach/Oberndorf, Martin Ronzheimer, Amönau und Gunter Vogel, Wetter; in Silber für 20-jährige Dienstzeit: Manuel­  Jungnickel, Treisbach, Christian Koch, Wetter und Steffen Schäfer, Amönau.
  • Ehrungen durch Anerkennungsprämien des Landes Hessen: Für 40 Jahre aktiven Dienst: Hartmut Craß, Amönau und Robert Wiegand, Wetter; für 20 Jahre: Andreas Chales-de Beaulieu, Amönau und Carsten Immel, Wetter; für 10 Jahre: Michel Ammon, Wetter, Benjamin Belz, Treisbach, Andreas Gar­the, Treisbach, Timo Muth, Warzenbach/Oberndorf und Marcel Wagner, Treisbach.
  • Termine: Am 9. Juni findet eine offizielle Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeugs 4 000 in Wetter statt, am 10. Juni ist „Tag der offenen Tür“ mit der Vorstellung des TLF 4 000. Am 11. Juni Kreisentscheid im Bundeswettkampf der Jugendfeuerwehren in Amönau.

Der Bürgermeister hatte bereits zu Beginn gesagt, die Umwandlung der halben Stelle für einen hauptamtlichen Gerätewart der Feuerwehr Wetter in eine volle Stelle, die seit 2016 mit Christoph Starker besetzt ist, sei richtig gewesen. Ronzheimer ergänzte: „Starker ist gut ausgelastet, ich bin begeistert davon, was wir jetzt schon mit der Stelle erreicht haben.“ Weniger begeistert war der Stadtbrandinspektor von der Entscheidung des Stadtparlamentes, in welchem er selbst für die FDP sitzt, zwei Investitionsvorhaben für die Feuerwehr aus dem Haushalt zu streichen.

Begründung: Die beantragte Schlauchpflege,­ -prüf und -trockeneinrichtung und das Notstromaggregat mit Lichtmast sei im Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr nicht enthalten. Dieser stammt von 2012 und muss nur alle zehn Jahre fortgeschrieben werden. „Anschaffungen aufgrund aktueller Entwicklungen und Vorschriften müssen aus Sicht der Feuerwehr jederzeit möglich sein“, betonte Ronzheimer. Die Schlauchpflege, -prüf und -trockeneinrichtung war mit 60 000 Euro veranschlagt worden.

Stattdessen würden nun, nach einer 50-prozentigen Preissteigerung der feuerwehrtechnischen Werkstatt in Marburg seit März, etwa 8500 Euro jährliche Mehrkosten gegenüber einer Schlauchpflege durch den hauptamtlichen Gerätewart in Wetter entstehen, sagte Ronzheimer, der zudem kritisierte, dass außer der SPD keine Fraktion bei der JHV vertreten war.

von Manfred Schubert

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