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Nordkreis Bau des Norma-Marktes rückt einen Schritt näher
Landkreis Nordkreis Bau des Norma-Marktes rückt einen Schritt näher
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17:35 18.12.2013
Die Erste Beigeordnete Christa Weckesser (von links), Sven Weißbrodt von Norma und Bürgermeister Volker Carle bei der Vertragsunterschrift im Cölber Rathaus. Foto: Michael Eckel
Bürgeln

Ein Antrag von Grünen und Bürgerliste auf Begrenzung der Verkaufsfläche fand keine Mehrheit.

Wie die OP berichtete, kamen in der Vergangenheit mehrfach Bedenken vor allem aus den Reihen der Grünen, dass das geplante Nahversorgungszentrum in Bürgeln eine Gefahr für den bestehenden Einzelhandel in der Großgemeinde darstellen könnte. Wie Ute Hoppe (Grüne) begründete, sei in der Gemeindevertretung wohl niemand gegen einen Markt in dem Ort, jedoch solle der Lebensmittelmarkt der Norma-Lebensmittelhandelsgesellschaft nach Willen der Änderungsantragssteller auf 827 Quadratmeter begrenzt werden. Zudem könnten mit jeweils 500 Quadratmetern eine Drogerie und ein Getränkemarkt entstehen. „Wir müssen ein vernünftiges Maß finden, das allen gerecht wird“, auch den Nachbarn in Cölbe und Schönstadt, so Hoppe.

Heinz Wilhelm Wasmuth (Bürgerliste) rechnete vor, dass der bestehende Rewe-Markt plus Getränkemarkt in Cölbe 2050 Quadratmeter Fläche habe, mit 1200 Quadratmetern für Norma und weiteren 1500 Quadratmetern für Fachmärkte, wie sie der Vorhabenträger plane, „ist das weitaus mehr als Nahversorgung“. Ein angedachter Landhandel wäre der dritte in der Gemeinde und würde in jedem Fall bestehende gefährden.

Heinrich Palz-Gerling (Grüne) ergänzte, dass eine „kleine“ Lösung eine Umsetzung vielleicht sogar beschleunigen könnte. Die Maximallösung könne beispielsweise zu Widersprüchen, unter anderem aus dem Nachbarkommunen, führen.

Der Argumentation der Antragsteller wollten sich CDU und SPD nicht anschließen. Dr. Jens Ried (CDU) verwies darauf, dass die Gemeindevertretung bei der Bauleitplanung immer noch die Gelegenheit habe, auf die Größe Einfluss zu nehmen. Jetzt gelte es jedoch, „größtmögliche Freiheit“ zu gewährleisten. „Vielleicht springt der Investor ab, weil er sich eingeschränkt fühlt“, befürchtete Fraktionskollege Heinrich Rodenhausen. Es sei eine Riesenchance, dass jemand auf dem Land investiert.

Bürgelns Ortsvorsteher Erich Sohn (SPD) unterstützte dies und verwies auf die zunehmende Unterversorgung des ländlichen Raums. Und während Karola Carius (Grüne) aus Schönstadt von „Leben und Leben lassen in der gesamten Gemeinde“ sprach, verwahrte sich der Bürgelner Gerhard Kastl (CDU): „Ich wundere mich, dass die von außen immer wissen was für Bürgeln am besten ist. Wir werden unseren Markt bekommen.“

Der Änderungsantrag wurde letztendlich mit 15 zu 10 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Für die Ursprungsvorlage, die die Größen offen lässt, votierten bei sieben Gegenstimmen und vier Enthaltungen 16 Gemeindevertreter.

Einig war man sich bei der Kritik an Norma, weil diese bei der Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrages am Vortag noch eine Zusatzklausel haben wollte, wonach sie, wenn auch auf eigene Kosten, bei Widerständen noch aus dem Vertragswerk aussteigen kann. Gleichwohl stimmte die Gemeindevertretung einem entsprechenden Dringlichkeitsantrag zur Absegnung des Passus‘ bei einer Gegenstimme mit großer Mehrheit zu.

Verträge sind unterschrieben

Zur Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags zwischen der Supermarktkette Norma und Cölbes Bürgermeister Carle war es am Tag zuvor im Cölber Rathaus gekommen.

Der Wunsch nach einem Supermarkt im Ort sei von der Initiative „Bürgelns Zukunft“ mit angestoßen worden. „Es gibt keinen Bäcker, keinen Metzger oder sonstige Einkaufsmöglichkeiten mehr im Ort, was die Versorgung, gerade für ältere Bürger, zunehmend schwieriger macht“ berichtete Friedrich Reichel von der Initiative.

Durch die Unterschriften von Bürgermeister Volker Carle, der Ersten Beigeordneten Christa Weckesser und von Sven Weißbrodt (Norma), erlangte der Vertrag nun Gültigkeit. „Dies ist ein wichtiger Schritt für Bürgeln und die Gemeinde, dem lange Diskussionen sowie eine Bürgerbeteiligung zu Grunde lagen“ so Carle.

Nach dem Parlamentsvotum ist nun das Regierungspräsidium am Zug, nach einer Genehmigung „geht man schließlich in die Planungsverhandlungen inklusive der Bauleitplanungen der Gemeinde Cölbe über“ so Carle weiter.

Für „Norma“ ist eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde ebenfalls wichtig, da „gerade in der ländlichen Region immer auch ein höheres Risiko für eine Supermarktkette mit einem Bau eines neuen Supermarktes verbunden ist. Da ist der Zuspruch durch die Bürger in und um Bürgeln ein gutes Zeichen“ betonte Sven Weißbrodt.

Anders als bisweilen behauptet, stünden die Partner, welche mit in das neue Gebäude einziehen sollen, aber noch nicht fest. Dies könnten laut Bürgermeister Carle sowohl Getränkemarkt, Bäcker, Metzger, Drogerie als auch ein Ärztehaus sein. Sollte nun alles glatt laufen, könnte der Markt bis Ende 2014 fertiggestellt sein.

von Heiko Krauseund Sarah Stolle

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