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Nordkreis Balzen, Leben und Sonnen am Rande des Solarackers
Landkreis Nordkreis Balzen, Leben und Sonnen am Rande des Solarackers
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16:06 02.08.2012
Zwei Bagger sowie ein Rückeschlepper sind im Einsatz zur Herstellung der Ausgleichsflächen für die Tierwelt. Quelle: Götz Schaub
Bernsdorf

Die Miarbeiter des interkommunalen Bauhofs Wetter-Lahntal-Cölbe machen derzeit während ihrer Arbeit, sofern sie auf dem Areal der ehemaligen Kiesgrube Bernsdorf eingesetzt sind, einen Fortbildungskurs in heimischer Biologie. Denn was sie gerade mit umfangreichen Erd- und Gestaltungsarbeiten im Zuge der Umsetzung des „Solarackers Cölbe“ schaffen, kommt der Tierwelt zugute.

Dabei geht es um die Optimierung des Lebensraums der Kreuzkröte, der Zauneidechse und natürlich des Flussregenpfeifers, dessen Vorkommen auf dem Areal das ganze Projekt fast ausgebremst hätte.

Die Umsetzung einer umweltfreundlichen Energiegewinnung soll nach den Worten von Cölbes Bürgermeister Volker Carle keineswegs zu Lasten dieses Vogels gehen.

Ganz im Gegenteil. Auf der Projektfläche wird ein Areal mit einer Mindestfläche von 0,4 Hektar als Bruthabitat ausgewiesen und von jeglicher Nutzung für die Photovoltaikanlage freigehalten. Diese Fläche soll auch so gepflegt werden, dass die vegetationsarmen Kies- beziehungsweise Schotterflächen, die der Vogel als Brutgebiet bevorzugt, nicht von Pflanzen überwuchert werden. Um letzten Unsicherheiten hinsichtlich des Erfolges dieser Maßnahme zu begegnen, wird ein mehrjähriges Monitoring des Brutgeschehens der Flussregenpfeifer dort und in der unmittelbaren Umgebung stattfinden. Im südöstlichen Bereich werden gezielt Winterquartiere, Sonn- und Balzplätze sowie Eiablageplätze für die Zauneidechse geschaffen.

Zum besonderen Service gibt es auch gleich Nahrungs- und Deckungsflächen frei Haus dazu. Am östlichen Rand werden geeignete Laichgewässer für die Kreuzkröte und andere Amphibienarten angelegt.

Die Fahrspuren der Lkw, die Baumaterial bringen, sollen zum guten Schluss integriert werden als temporäre Kleinstgewässser. Als Jahreslebensraum werden unter anderem vier größere Steinhaufen aufgeschüttet. Diese dienen als Verstecke und Winterquartiere.

von Götz Schaub

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