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Nordkreis Bad und Taxis sollen teurer werden
Landkreis Nordkreis Bad und Taxis sollen teurer werden
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00:19 09.12.2018
Für einen Besuch des Wetteraner Hallenbades werden Schwimmer wohl bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Quelle: Thorsten Richter
Wetter

Selbst anbauen für die Kinderbetreuung oder einen Neubau des St. Elisabeth-Vereins Marburg unterstützen? Um diese Frage ging es beim ersten Punkt auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses. Bislang plante die Stadt Wetter einen Anbau für die Ü3-Betreuung an den Kindergarten in der Amönauer Straße.

Allerdings will nun der St. Elisabeth-Verein, der seit 2007 als Vertragspartner der Stadt die Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren in zwei Gebäuden in der Schulstraße und in der Amönauer Straße betreut, für diesen Zweck in der Schulstraße ein neues Gebäude für die U3-Betreuung errichten. Somit würde das an die städtische Kita angrenzende Gebäude in der Amönauer Straße frei werden für die Ü3-Betreuung.

Laut Kostenschätzungen wäre ein Anbau mit 2,023 Millionen Euro nicht nur an sich teurer als der geplante Neubau mit 1,964 Millionen Euro. Auch die Folgekosten für die Stadt Wetter wären bei einem eigenen U3- oder Ü3-Neubau jährlich um etwa 100.000 Euro höher als bei einer Beteiligung an dem Neubau des St. Elisabeth-Vereins.

„Wir empfehlen, den Weg mit dem St. Elisabeth-Verein zu gehen. Er ist kostengünstiger und außerdem sehr attraktiv unter dem sozialen Aspekt, dass Alt und Jung unter einem Dach untergebracht sind“, sagte Bürgermeister Kai-Uwe Spanka.

Der einzige Punkt, der im Ausschuss als kritisch betrachtet wurde, war die beabsichtigte lange Betriebsvertragsbindung, da der St. Elisabeth-Verein möglichst eine 25-jährige Refinanzierung des Bauvorhabens über die Betriebskostenförderung absichern möchte. Der Änderungsantrag zum Beschlussvorschlag, den Harald Althaus (SPD) einbrachte, dass über ­eine Ausstiegsklausel nach zehn und 20 Jahren verhandelt werden soll, wurde mit sieben Ja-Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.

Keine Diskussion gab es um die geplante Erhöhung der Nutzungsentgelte für das Hallenbad. „Es handelt sich um eine maßvolle Anpassung, der man zustimmen kann“, befand Volker Drothler (CDU). So soll ab dem 1. Januar 2019 beispielsweise der Eintritt für Erwachsene von 4 auf 4,60 Euro, für Kinder, Jugendliche und begünstigte Personen von 2 auf 2,30 Euro steigen, entsprechend die Preise für Zehner- und Fünfziger-Karten.

Auch die Neufassung der aus dem Jahre 2001 stammenden Taxentarifverordnung unter Verweis auf den 2015 eingeführten Mindestlohn, der laut einem Gutachten zu etwa 25 ­Prozent höheren Kosten führe, befürwortete der Ausschuss einstimmig.

Der Grundpreis und der Fahrpreis für den ersten Kilometer sollen ab 2019 2,30 Euro statt bisher zwei Euro betragen, für jeden weiteren Kilometer 1,60 statt bisher 1,30 Euro.

Zwei brisante Tagesordnungspunkte hatte Bürgermeister Kai-Uwe Spanka zu Beginn der Sitzung zurückgezogen: die Anpassung der Friedhofsgebühren unter Verweis auf laufende Lohnverhandlungen, die den Bauhof betreffen, und die geplante Anhebung der Grundsteuer B von 365 auf 395 Prozentpunkte. Letztere soll gemeinsam mit dem Haushaltsentwurf für 2019 zur Diskussion gestellt werden.

von Manfred Schubert