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Nordkreis BI „Windrose“ fordert ständige Messung
Landkreis Nordkreis BI „Windrose“ fordert ständige Messung
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18:19 29.11.2013
An der Vorstandssitzung der Bürgerinitiative Windrose nahmen unter anderem der Vorsitzende Günther Knarr (von links), Stellvertreter Helmut Rakow, Beisitzer Horst Siebecker, Schriftführer Dr. Wilfried Fiedler, Beisitzerin Monika Vormeck und der technische Berater der BI, Umweltingenieur Peter Gebhardt, teil. Links: Stäube treten immer wieder an verschiedenen Stellen des Schreddergebäudes aus, nicht nur gefiltert am Schornstein.Fotos: Manfred Schubert, BI Windrose Quelle: Manfred Schubert
Goßfelden

Die jüngsten Probennahmen auf den umliegenden Wiesen neben dem Werksgelände hatten weiterhin schlechte Ergebnisse erbracht.

Auf ihrer Vorstandssitzung nahm die Bürgerinitiative Windrose nun Stellung zu den Ergebnissen und zu den Maßnahmen, die das RP ergreift. Anfang November hatte das Regierungspräsidium Gießen die schon im März als Entwurf vorgestellte und öffentlich ausgelegte Anordnung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gegenüber der Firma Marburger Rohstoffverwertung erlassen, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt.

Zusätzlich zu den bisher für die Anlage geltenden und nun verschärften Auflagen für Staubemissionen gilt nun für die giftigen Dioxine und Furane sowie dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) ein Summen-Grenzwert von 0,1 Nanogramm pro Kubikmeter Abgas.

Wie dem BI-Vorsitzenden Günther Knarr von Dr. Werner Pohlmann, Leiter des Dezernats Futtermittelüberwachung beim RP, telefonisch mitgeteilt worden war, hätten die jüngsten Boden- und Aufwuchsbeprobungen der landwirtschaftlichen Flächen nach wie vor schlechte Ergebnisse gezeigt. Das Gras der betroffenen Landwirte darf wegen der Belastungen seit Jahren nicht verkauft werden.

Die jetzt gemessenen Belastungen stammten aus aktuellen Einträgen. Das heiße aus Sicht des RP Gießen und der Bürgerinitiative, dass die Firma nach wie vor nicht nach dem aktuellen Stand der Technik arbeite. Die Hauptbelastungen lägen auf der Wiese östlich des Schreddergeländes ab etwa 50 bis 100 Meter Entfernung vor.

Daher wurde auch eine Sanierungsanordnung erlassen, um die (von der BI Windrose seit Jahren monierten und mit Fotos und Filmaufnahmen dokumentierten) diffusen Staubemissionen aus dem Schreddergebäude, die vor allem aus dem Dachbereich austreten, zu verringern.

Wie RP-Pressesprecherin Gabriele Fischer mitteilte, habe der Betreiber der Anlage nun ein halbes Jahr Zeit zur Umrüstung. Danach werde beobachtet, ob die Maßnahmen greifen. Im Regelbetrieb erfolgen dann normalerweise laut Bundesimmissionsschutzgesetz alle drei Jahre Prüfungen. Demnächst wolle das RP mit den betroffenen Landwirten darüber sprechen, was im nächsten Jahr zu tun sei.

Wie genau die Sanierungsanordnung aussieht, war der BI Windrose nicht bekannt. Ihr technischer Berater, Umweltingenieur Peter Gebhardt, wies auf außerhalb der eigentlichen Schredderanlage frei laufende Förderbänder hin. Manchmal falle Schrott aus zehn Metern Höhe herab, es staube gewaltig, daher fordere man die Einhausung des nördlichen Teils der Anlage. Ganz abgesehen davon, dass das Schreddergehäuse „löchrig wie ein Schweizer Käse“ sei, ergänzte Günther Knarr.

Obwohl man froh sei, dass sich nun etwas tue, bewegt die BI-Vorstandsmitglieder nach ihren jahrelangen Bemühungen die Frage, wie künftig kontrolliert werde. Prüfungen des Betriebs all drei Jahre, dazu noch nach Vorankündigung, halten sie nach der Vorgeschichte der Anlage und den nachgewiesenen erheblichen Belastungen, die auch unter dem neuen Betreiber nicht besser geworden seien, nicht für ausreichend. Die Prüfzyklen sollten kürzer sein.

Der Vorstand des Vereins und Umweltingenieur Peter Gebhardt halten außerdem eine ständige Messung des Staubkonzentrationswertes für notwendig. „Aus meiner Sicht verweigert sich das RP auch einer gewissen Ursachenforschung. Eine Absaugung im Gebäude reicht nicht aus, oben im Dachbereich ist eine zusätzliche Absaugung nötig“, sagte Gebhardt. Er wies darauf hin, dass Schredderanlagen allgemein - nicht nur diese -, massive Probleme damit hätten.

von Manfred Schubert

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