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Aus „wilden Kickern“ wird Traditionsverein

FV Cölbe Aus „wilden Kickern“ wird Traditionsverein

Vor 85 Jahren schlossen sich die „wilden“ Mannschaften „Kickers Heide“ und „Helvetia Unterdorf“ zum FV Cölbe zusammen. Der feiert das Jubiläum von Donnerstag an mit einem Zeltfest auf dem Sportgelände.

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An der Sportanlage an der Rosenstraße in Cölbe, hier ein Foto aus 2010, wird am Wochenende gefeiert: Vor 85 Jahren wurde der Fußballverein gegründet. Die Schwarzweiß-Fotos zeigen das alte Sportheim und die Mannschaft des Gründungsjahres 1927.Archivfotos,

Cölbe. Heute spielt der FV Cölbe in der gerade gestarteten neuen Saison in der Marburger A-Liga eine Rolle und verfügt neben einer guten Nachwuchsabteilung über gute Voraussetzungen auf dem weitläufigen Sportgelände.

Im Gründungsjahr 1927 hatten die Cölber Fußballer noch andere Herausforderungen zu stemmen.

Neben der Aufnahme des regulären Spielbetriebes standen der Stegbau über die Lahn sowie der Bau des Sportplatzes - damals noch jenseits der Lahn - im Vordergrund der Vereinsarbeit.

Während der Nazizeit wurde der FV Cölbe der Chronik zufolge mit dem Turnverein zwangsvereinigt; in der Zeit des zweiten Weltkrieges kam der Fußballsport zum Erliegen. Unmittelbar nach Kriegsende fanden sich erneut engagierte Fußballer, die ihren Sport in Cölbe wieder aufleben ließen.

Zunächst wurde der vom Hochwasser zerstörte Steg über die Lahn in Eigenarbeit wiederhergestellt. Die ständige Verbesserung des Sportplatzes („Professor-Dr.-Heuser-Sportfeld“) und die Errichtung des ersten Vereinsheimes - mit Waschhaus, was damals eine Besonderheit war - standen im Mittelpunkt des Wiederaufbaus.

In den 60er Jahren begrüßte der FV Cölbe „hohen Besuch“ auf seinem Waldsportplatz: Altbundestrainer Sepp Herberger und sein Musterschüler Fritz Walter kamen an die Lahn und lockten fast 1000 Zuschauer an. In diese Zeit fällt auch die sportlich erfolgreichste Zeit des FV Cölbe, der mit den Senioren den Aufstieg in die Bezirksklasse Nord - damals die 3. Amateurliga - schaffte, nach zwei Jahren Klassenzugehörigkeit und drei Relegationsspielen gegen den TSV Wittelsberg aber wieder in die A-Klasse abstieg. Auch die gute Jugendarbeit trug erste Früchte - so wurde die Knabenmannschaft 1962 Bezirksmeister.

Bedingt durch den Bau der Umgehungsstraße in Cölbe musste der FV seinen traditionsreichen Sportplatz an der Lahn aufgeben, fand aber ein neues Domizil innerhalb des Sportgeländes der Gemeinde in der Rosenstraße.

Nach einem kurzen Intermezzo in der Bezirksliga zum Ende des Jahrhunderts gehört der Verein seit 1999 wieder ununterbrochen der A-Liga an und ist regelmäßig in der Spitzengruppe zu finden. Zuletzt scheiterte er 2005 in der Relegation am Wiederaufstieg in die damalige Bezirksliga. In dieser Saison startet auch die Reserve in Konkurrenz, in der B-Liga Marburg I. Jüngster Erfolg der Cölber Seniorenfußballer war der erstmalige Gewinn der Marburger Hallenstadtmeisterschaften 2012 gegen höherklassige Teams.

Der FV Cölbe hat zur Zeit etwa 450 Mitglieder, etwa ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Diese werden überwiegend durch lizenzierte Trainer betreut.

von Michael Agricola

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