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Aus Ärger über Markt-Planung: Thomas Rotarius wirft hin

Rücktritt Aus Ärger über Markt-Planung: Thomas Rotarius wirft hin

Das politische Jahr in Cölbe beginnt mit einem Paukenschlag. Der bisherige Ersten Beigeordnete der Gemeinde Cölbe bat um seine Entlassungsurkunde.

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Thomas Rotarius trat als Erster Beigeordneter zurück.

Quelle: Archiv

Cölbe. Am Mittwochabend schied Thomas Rotarius aus eigenem Wunsch aus seinem Amt als stellvertretender Bürgermeister. In einer Stellungnahme macht er unüberbrückbare Differenzen mit Bürgermeister Volker Carle verantwortlich, die letztendlich die Kommunikation erschwert und das Vertrauensverhältnis sehr stark beeinträchtigt hätten.

„Die Kommunikation mit dem Bürgermeister, besonders in strittigen Fragen im Gemeindevorstand, habe ich als schwierig bis unmöglich und nicht auf Augenhöhe erlebt. Auch fühlte ich mich oft nicht ernst genommen“, sagt Rotarius.

So habe er seine Aufgaben als Erster Beigeordneter nicht weiter „mit gutem Gefühl und Gewissen ausüben können“.

Der Auslöser für seinen Rücktritt war der Abweichungsantrag wegen der Norma-Ansiedlung in Bürgeln. „Trotz zahlreicher, schwerwiegender Fehler wurde, ohne vorher auf meine Anmerkungen einzugehen, im Gemeindevorstand am 20. November der Beschluss gefasst, ihn der Gemeindevertretung am zur Abstimmung vorzulegen. Da es im Gemeindevorstand keine Bereitschaft gab, die Fehler zu erörtern, habe ich bei der Kommunalaufsicht und dem RP Gießen um Rat nachgefragt. Vom RP Gießen kam die Rückmeldung, die Fehlerliste zu prüfen.

Rotarius sagt unter anderem, dass der vorliegende Abweichungsantrag nicht nur interessengeleitet, sondern auch in der Bestandserhebung sowie in der Art der Methodik völlig mangelhaft sei. Eine belastbare Analyse der Einzelhandelsstruktur erfordere auch belastbare Händlerinterviews und Haushaltsbefragungen. So könne keine zuverlässige Aussage getroffen werden, ob Cölber Bürger ein Defizit in der Grundversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Getränke und Drogerieartikel) haben und der Plan einer Norma-Ansiedlung im Einklang mit dem Regionalplan Mittelhessen 2010 stehe.

Rückblickend freut er sich über das Erreichte. „Als Energiebeauftragter habe durch Workshops und Öffentlichkeitsarbeit die Energiewende in Cölbe vorangebracht. Höhepunkt war sicher das Projekt „Solaracker Cölbe“ mit 3MW Leistung“ zu managen und erfolgreich abzuschließen.“ Gerne erinnert er sich auch an seine Aufgabe als Beauftragter für das Corporate Design der Gemeinde. „Ich denke, ich habe ein neues optisches Erscheinungsbild der Gemeinde Cölbe auf einen guten Weg gebracht.“ Künftig will er sich der Öffentlichkeitsarbeit für die Vielfalt von Initiativen in der Marburger Region widmen. Eine Website sei schon im Aufbau: www.meine-marburger-region-entdecken.de

Erste Reaktionen

Bürgermeister Volker Carle: „Ich bedaure seine Entscheidung wirklich sehr. Ich kann nur Positives über Thomas Rotarius sagen. Die Dinge, die er in verschiedener Funktion für Cölbe auf den Weg gebracht hat, waren mehr als förderlich. Mehr möchte ich öffentlich nicht dazu sagen.“

Ute Hoppe, Fraktionsvorsitzende der Grünen: „Wir bedauern diesen Schritt sehr. Wir sehen ja, was er geleistet hat. Ohne ihn wäre der Solaracker nicht denkbar gewesen.“

Heinz Wilhelm Wasmuth, Fraktionsvorsitzender Bürgerliste: „Das ist nur zu bedauern. Thomas Rotarius hat sich auf dem Gebiet der Energiewende für Cölbe stark eingebracht.“

Hildegard Otto, Fraktionsmitglied der SPD: „Ich bedaure, das zu hören. Er hat sich aus unserer Sicht sehr für die Gemeinde Cölbe engagiert.“

Christian Hölting, Vorsitzender der Cölber Gemeindevertretung und Mitglied der CDU-Fraktion: Der Rücktritt hat mich schon überrascht. Ich habe immer gut und kollegial mit ihm zusammengearbeitet.

von Götz Schaub

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