Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Auf den Spuren der Verschwundenen
Landkreis Nordkreis Auf den Spuren der Verschwundenen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:07 05.06.2012
Stilles Gedenken an Juden, die vor 70 Jahren am Bahnhof in Fronhausen ihre wohl letzte Reise antreten mussten. Sie wurden in das Vernichtungslager Sobibor gebracht. Quelle: Simone Schwalm
Fronhausen

Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“, mahnte Reinhold Weber, Bürgermeister der Gemeinde Fronhausen.

Seinen Worten stimmten etwa 50 Fronhäuser zu, indem sie sich an der Gedenkfeier und dem Schweigemarsch anlässlich des 70. Jahrestages der Deportation von neun Juden nach Lublin beteiligten.

Etwa ein Jahr lang lebten in Fronhausen Neustädter und Fronhäuser Juden unfreiwillig in einem Haus zusammen. „Auf wenige Orte konzentriert, wurden Juden zusammen zwangseinquartiert“, erläuterte Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, Vorsitzende des Arbeitskreises Landsynagoge Roth. Gemeinsam mit Renate Hildebrandt, Vorsitzende des Arbeitskreises Dorfgeschichte Fronhausen, und den Mitgliedern beider Arbeitskreise hatte sie die Veranstaltung zum Gedenken an den 31. Mai 1942 organisiert. Damals waren neun Juden von Fronhausen aus nach Lublin abtransportiert worden. Die letzten drei jüdischen Familien, die noch in Fronhausen lebten, mussten an diesem Tag vor 70 Jahren ihren Weg zum Bahnhof antreten, um in einem Zug zunächst nach Kassel zu fahren. Aus dem Landkreis und der Stadt Marburg wurden mit ihnen 59 Menschen verschleppt.

Am darauffolgenden Tag, dem 1. Juni 1942, waren dort alle zur Deportation bestimmten 508 Juden aus dem gesamten Regierungsbezirk eingetroffen und wurden mit der Reichsbahn in das Vernichtungslager Sobibor gebracht, wo alle Insassen des Zuges vermutlich sofort umgebracht wurden, wie Wenz-Haubfleisch ausführte.

Diese Menschen gehörten zu den rund 2400 verbliebenen Juden des Regierungsbezirks Kassel, die zwischen Dezember 1941 und September 1942 in Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden. Das Gedenken an die neun Fronhäuser Juden und ihr Abtransport nach Lublin stehe daher stellvertretend für das Gedenken an alle Vernichtungslager und an millionenfachen Mord, betonte Weber.

Nachdem der Bürgermeister, Wenz-Haubfleisch und Hildebrandt in der Gossestraße, wo die jüdischen Familien lebten, an diese Geschichte erinnert hatten, traten die Fronhäuser einen Schweigemarsch zum Bahnhof an. Damit sollte symbolisch der Weg der neun Deportierten noch einmal gegangen werden. Am Bahnhof lasen der evangelische Pfarrer Manfred Meister und der katholische Geistliche Hans-Ludwig Schmank Psalme aus der Bibel vor. Die Konfirmanden der Kirchengemeinde Fronhausen nannten die Namen der deportierten Juden und legten weiße Rosen nieder. Amnon Orbach, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Marburg, sang das Kaddisch-Gebet und das Gebet für die Toten, El male rachamim. Umrahmt wurde die Gedenkfeier vom Querflötenspiel Philipp Bährs, das mit traurigen Melodien die Betroffenheit der Anwesenden auszudrücken schien.

von Simone Schwalm

Nordkreis Milch-Leistung: 100 000 Liter - Lotta aus Simtshausen ist die Superkuh

Superkuh Lotta ist 16 Jahre alt, hat bisher 13 Kälber geboren und in ihrem Leben schon 100 000 Liter Milch gegeben.

07.06.2012

Also auf die Anrufer war erneut Verlass. Sie katapultierten Oberasphe ins Finale und voteten auch dort wieder am fleißigsten. So darf sich der Ort getrost und mit Recht das „Dorf der Herzen“ nennen.

06.06.2012

Für den Goldenen Onkel Otto hat es nicht gereicht, aber Oberasphe hat sich wacker geschlagen.

03.06.2012