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Nordkreis Angeklagter gesteht: „Das war extrem asozial“
Landkreis Nordkreis Angeklagter gesteht: „Das war extrem asozial“
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18:19 24.01.2013
Marburg

Das Amtsgericht Marburg verurteilte vier junge Männer aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, die gestanden hatten, getreten und geschlagen zu haben, wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu Bewährungsstrafen zwischen acht und elf Monaten.

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, in den frühen Morgenstunden des 31. März 2012 zwei junge Männer nach einem Streit schwer misshandelt zu haben. Ein 20-Jähriger aus Frankenau habe einen 19-Jährigen zunächst so vor die Brust getreten, dass dieser nach hinten über einen Zaun gefallen sei.

Wie dieser als Zeuge berichtete, hätten anschließend mehrere Männer gegen seinen Kopf und Oberkörper getreten. Ein weiteres Opfer berichtete, auch er sei getreten worden, wobei ein Stück Zahn abgebrochen sei.

Ansonsten hätten beide nur leichte Verletzungen erlitten. Und dies, obwohl ein 24-Jähriger aus Allendorf als eigentlich alles vorbei gewesen sei, dem inzwischen bewusstlos auf dem Boden liegenden 21-Jährigen noch einmal voll auf den Kopf getreten sei, wie eine Zeugin berichtete. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Thomas Rohner berücksichtigte mit dem relativ milden Urteilen neben dem Geständnis vor allem die aufrichtige Reue der Angeklagten.

Alle vier gaben an, sehr viel Alkohol getrunken zu haben. Ein 24-Jähriger sagte, er habe nur noch Bilder vor Augen, eine wirkliche Erinnerung habe er nicht. Ohne Alkohol wäre die Sache sicher nicht passiert, zeigte er sich überzeugt.

„Wir hatten alle einen sitzen“

Die Hemmschwelle sei weg gewesen, „weil wir alle einen sitzen hatten“, ergänzte ein 23-jähriger Frankenberger. Obwohl sich alle nicht genau erinnern konnten, räumten sie ein, in jedem Fall getreten zu haben und stellten sich so, wie ihre Verteidiger betonten, ihrer Schuld. Die Angeklagten entschuldigten sich eindringlich bei den Opfern. „Das war extrem asozial“, hob einer hervor.

Zugunsten der Männer wirkte sich zudem aus, dass sie noch keinerlei einschlägige Vorstrafen aufweisen.

„Ich bin wirklich kein Schläger“, sagte einer. Als Bewährungsauflagen müssen die Verurteilten, die die Urteile annahmen, noch zwischen 500 und 1000 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen, beziehungsweise einer wegen seines geringen Einkommens 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Zudem legte das Gericht ihnen auf, an die Opfer ein angemessenes Schmerzensgeld zu zahlen. Zum Glück, so Rohner, habe es nur geringe Verletzungen gegeben, „was ehrlich gesagt verwundert“. Denn oft reiche bereits ein Schlag für schlimmere Folgen „bis zum Genickbruch“.

von Heiko Krause

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