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Andrang bei Kirche und Ausstellung

Schäferei Wollmar Andrang bei Kirche und Ausstellung

Die Schafzucht spielte in Wollmar schon 1812 eine ganz wichtige Rolle. Seither gehört der Schäferverein zum Dorf, auch wenn er in den 80er Jahren fast zum Erliegen gekommen wäre.

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Oben: Das Publikum bewundert die Ausstellung. Im Vordergrund sind „Jakobschafe zu sehen. Rechts: Die Neugründer der „Schäferei Wollmar 1812“ Hans Müller (von links), Helmut Mengel, Andreas Becker und Peter Scherer. Unten: Ein Schäferwagen und die Bilderau

Wollmar. Zum Auftakt gratulierte am Samstagabend als erster der jüngste Verein, sinnbildlich für das gute Miteinander aller 19 Wollmaraner Vereine, dem ältesten Verein. Gleichzeitig eröffnete damit der „Posaunenchor“ den großen Festkommers des „Schäfereivereins“ zum 200-jährigen Bestehen.

Zum feierlichen Festakt hatte der Vorsitzende Thomas Morawa, unter anderen auch Bürgermeister Peter Funk, Kreisbeigeordneten Volker Drothler in Vertretung für Landrat Robert Fischbach, Ortsvorsteher Wolfgang Henseling, den Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Erwin Koch, Vorsitzenden des Landwirtschaftsamtes Norbert Fett, Vorsitzendem des Hessischen Schafzuchtverbandes Reinhard Heinz und Reinhard Fett vom Kurhessischen Schäferverband eingeladen.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf gehört zu einem der schafreichsten Landkreise in Hessen. Im Jahr 2011 waren 412 Schafhalter mit über 18 000 Tieren registriert. In Wollmar wurde schon vor 200 Jahren erkannt, wie wichtig die Schafhaltung für die Bevölkerung ist. Mit der Gründung der „Schäferei Wollmar“ im Jahr 1812 sichert sie bis heute deren Fortbestand.

„Erst im Jahr 1811, ein ebenfalls historisches Datum, war die Leibeigenschaft der Bauern abgeschafft worden“, daran erinnerte Erwin Koch in seiner Ansprache. „Nachweislich gab es die Schafhaltung schon seit dem 30-jährigen Krieg, woher auch noch ein alter „Streit“ zwischen den beiden Nachbarorten Frohnhausen und Wollmar herrührt, berichtet der Vorsitzende Thomas Morawa. Bis heute trägt dieses Vorkommnis immer wieder, wie auch an diesem Abend, für Insider zur allgemeinen Belustigung bei.“

Der letzte Schäfer in Wollmar war der Ehrenvorsitzende des Vereins, Hans Müller. Er und die Vereinsmitglieder Helmut Mengel, Heinrich Schmidt, Heinrich Koch, Andreas Becker, Peter Scherer und Heinrich Müller setzten sich Mitte der 80er Jahre für den Erhalt der seit 1812 bestehenden Schäferei in Wollmar ein. 88 Mitglieder aus vier Generationen haben sich aufgrund der Liebe zum Tier, Natur und Tradition der Schafhaltung im Verein zusammengefunden.

Vier der sieben, noch lebenden Neugründer aus dem Jahre 1984 kam an diesem Abend eine ganz besondere Ehre zuteil. „Der alte Schäfer auf einsamen Feld, kennt seine Herde und auch die Welt, er lächelt leise weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.“

So sang das gesamte Publikum unter Begleitung des Wollmaraner „Duo Urgestein“, in einem der schönsten und ergreifendsten Momente innerhalb der Veranstaltung, nachdem die vier vom Vorsitzenden geehrt worden waren.Im Anschluss spielte das Duo Urgestein zum „Schäferball“ auf. Beim Festgottesdienst am Sonntagmorgen sprengte die Besucherzahl alle Erwartungen. Noch mehr Gäste kamen am Sonntagnachmittag auf dem Gelände rund um und in der Reithalle zusammen. „Insgesamt wurden an beiden Tagen rund 1000 Besucher registriert“, freute sich der Vorsitzende Thomas Morawa.

Zur Ausstellung, bei der es neun Schafrassen und Burenziegen zu bestaunen gab, war auch eine „Schäferei“ aus dem Taunus angereist. Der Vorsitzende des Hessischen Schafzuchtverbandes, Reinhard Heinz führte durch die Ausstellung.

von Elvira Rübeling

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