Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 8 ° heiter

Navigation:
„Alzpoetry“ in der Altenhilfe

Projekt „Alzpoetry“ in der Altenhilfe

Demenzkranke lachen und singen mit Schülern der Wollenbergschule. Ein solches Projekt wurde in Deutschland erstmalig initiiert.

Voriger Artikel
Nachtfahrverbot startet in einem Monat
Nächster Artikel
Solarmesse bietet Diskussion, Film und Information

Demenzkranke lachen und singen mit Schülern der Wollenbergschule und Slam-Poetry-Artist Lars Ruppel.

Quelle: Laura Schreiber

Wetter. 14 Bewohner der Altenhilfe Wetter des St. Elisabeth-Vereins hörten sich jüngst nicht nur eine auf Demenzerkrankte zugeschnittene Dichterlesung an, sie machten auch mit. Lars Ruppel, Slam-Poetry-Artist aus Marburg, feierte dabei mit dem Erfinder des „Alzpoetry Projekts“, Gary Glazner, der eigens aus den USA angereist war, eine Premiere in Deutschland. Unterstützt wurden beide von 17 Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse der Wollenbergschule Wetter. Demenzkranke können sich häufig noch an Texte aus Gedichten oder Liedern ihrer Kindheit erinnern. Zeilen wie „Alle meine Entchen“ und „Kuckuck, rufts aus dem Wald“ bilden die Grundlage für die improvisierte Show. Und sie wirkte.

Die älteren Menschen schüttelten den Schülern die Hände, sangen, lachten und klatschten mit ihnen. Jeder einzelne trat eine Reise an, als er gefragt wurde, wo er denn hinfliegen würde, wenn er, wie der Kuckuck, Flügel hätte. Sie wollten „nach Hause“, „hier bleiben“, „auf die Alm“ und „nach Amerika“. Einige unterbrachen den Slam-Poeten sogar, um zu Wort zu kommen. Auch nach der eigentlichen Vorführung konzentrierte sich dieser ganz auf die Hauptpersonen des Nachmittags, die älteren Zuschauer. Er unterhielt sich lange mit ihnen über ihre Familien, ihre Heimat und ihre Vergangenheit.

Die Veranstaltung fand auf Wunsch Ruppels und in Zusammenarbeit mit der Kulturbeauftragten des staatlichen Schulamtes Marburg-Biedenkopf statt. „Klasse“, mit diesem Wort beschrieb Ernst Boltner aus der Geschäftsbereichsleitung der Altenhilfe die Dynamik der Aufführung. Auch die Jugendlichen freuten sich über die Reaktionen der Heimbewohner. Sie hatten an zwei Vormittagen mit Ruppel zusammen die Texte eingeübt. Die Altenhilfe hatten sie schon einmal im Zusammenhang mit einer Vorleseaktion besucht. Sie blieben nach der Show noch etwas länger und die generationsübergreifende Versammlung plauderte noch lange.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr