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Alte Kirche in gute Hände abzugeben

Bürgeln Alte Kirche in gute Hände abzugeben

Was wird aus der sanierungsbedürftigen Alten Kirche Bürgeln? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Parlamentarier der Gemeinde Cölbe derzeit. Die Meinungen gehen allerdings auseinander.

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In der Alten Kirche Bürgeln finden regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Nun geht es um die Frage, inwieweit die Gemeinde sich am Erhalt des Gebäudes beteiligen kann.Foto: Krause

Cölbe. Wird die Gemeinde die „Alte Kirche Bürgeln“ übernehmen, um sie zu sanieren und als Kulturzentrum zu erhalten? Darüber diskutiert die Gemeindevertretung in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Dienstag im Bürgersaal Reddehausen.

Im Sport-, Kultur und Sozialausschuss der Gemeindevertretung wurde darüber bereits kontrovers diskutiert. Ein Beschluss wurde jedoch noch nicht gefasst. Wenn es nach dem Willen der Cölber Grünen geht, soll die Gemeinde mit den Eigentümern über einen symbolischen Kaufpreis in Verhandlungen treten.

Das mehr als 800 Jahre alte Gemäuer wurde im Zuge des Neubaus einer Kirche 1970 profanisiert. Es gehört dem Förderkreis Alte Kirchen und wird vom Kulturverein regelmäßig für Veranstaltungen genutzt. Unbestritten ist, dass das mittelalterliche Gebäude sanierungsbedürftig ist. Laut Antrag der Grünen sind für die zu erwartenden Kosten von etwa 300 000 Euro nach Auskunft des Landesdenkmalpflegers Fördermittel bis zu 75 Prozent möglich. Dafür müsse jedoch die Gemeinde im Eigentum stehen.

In Bürgeln habe sich bereits eine interfraktionelle Gruppe zusammengesetzt und ein Nutzungskonzept erarbeitet, berichtete Ortsbeiratsmitglied Jörg Block. Nach Abzug aller Ausgaben werde ein Plus von 400 Euro übrigbleiben.

Das reiche keinesfalls, kritisierte Dr. Michael von Hedenström. Seiner Auffassung nach, sei es nicht Aufgabe der Gemeinde, das Gebäude zu übernehmen, dies müsse eine Initiative aus Bürgeln bewerkstelligen. Und dann gelte es, ein wirtschaftlich sinnvolles Konzept umzusetzen, das die Investitionen wieder reinbringe, was wiederum laut Block unmöglich sei.

Auch Michael Damian lehnte eine Übernahme durch die Gemeinde ab. Es handele sich um keine Kirche mehr, hob er hervor und äußerte die Befürchtung, auch andere Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude könnten kommen, und ein Einspringen der Gemeinde fordern. Dem widersprachen Martina Bovelet (SPD) und Gemeindevorstandsmitglied Dr. Werner Stark (Grüne), es handele sich bei der alten Kirche unbestritten um ein herausragendes Kulturdenkmal.

Grundsätzliche Zustimmung für eine gemeindliche Übernahme signalisierte Werner Bodenbender (Bürgerliste). Jedoch brachte seine Fraktion einen Änderungsantrag ein, nachdem zunächst konkrete Zusagen eingefordert werden müssten. Damit könne sie leben, betonte die Ausschussvorsitzende Ute Hoppe (Grüne). Sie müsse jedoch noch mit ihrer Fraktion Rücksprache halten. Eine Entscheidung wurde vertagt. Vor den Gemeindevertretung wird sich auch noch der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Thema befassen.

In den Ausschüssen verbleiben soll der Antrag des Gemeindevorstands für eine neue Friedhofssatzung und Gebührenordnung. Vertreter aller Fraktionen bemängelten, dass die Vorlage nicht ausreichend verständlich sei und viele Fragen aufwerfe. Eine Antwort des Gemeindevorstands auf eben solche Fragen, wurde dem Ausschuss erst zu Beginn der Sitzung ausgehändigt.

von Heiko Krause

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