Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Alle für einen, einer für alle

Wohnhof Lahntal Alle für einen, einer für alle

In den eigenen vier Wänden wohnen und wann immer man will, eine ganz besondere Gemeinschaft erleben und genießen - mit dem Verein Wohnhof Lahntal ist das möglich.

Goßfelden. Miteinander bauen, miteinander leben, aber auch individuell bauen und individuell leben - geht das? Konrad Wundt, Bernhard und Ute Vohwinkel sind davon überzeugt, dass das nicht nur geht, sondern eine absolute Bereicherung für das Leben darstellt.

Sie arbeiten gerade daran, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lahntal ihre Idee des individuellen Zusammenwohnens Wirklichkeit werden zu lassen. In Goßfeldens Neuer Mitte, also auf dem ehemaligen Festplatz des Ortes sollen drei Häuser entstehen, in denen auf jeweils drei Ebenen neun Parteien in unterschiedlich großen Wohnungen ihr Zuhause finden sollen.

„Die Bauausführung ist so geplant, dass alle Häuser und Wohnungen barrierefrei zugänglich sind“, sagt Ute Vohwinkel. Dieser Fakt sei aber nicht gleichbedeutend, dass dort nur ältere Leute einziehen sollen, die ihren Lebensabend genießen wollen. „Wir wollen, dass dort alle Generationen vertreten sind. Also gerne auch Kinder“, so Vohwinkel weiter.

Die Grundidee ist, dass die Menschen, die sich entscheiden, in eine Wohnung in den drei Häusern zu investieren, über den Verein „Wohnhof Lahntal“ miteinander wohnen und leben, sich gegenseitig bei der Bewältigung des Alltags helfen und dabei auch die Gemeinschaft genießen. So könne gerne eine Alleinerziehende mit ihrem Kind einziehen und sich sicher sein, dass sie bei der Betreuung ihres Kindes Hilfe von den Nachbarn erhält. Für alle Wohnungen wird es Pkw-Stellplätze geben, und die Gartenanlage soll in Gemeinschaftsarbeit entstehen und gemeinsam genutzt werden.

Das ganze System, oder nennen wir es lieber weiterhin Idee, basiert natürlich auf ein gutes Miteinander der einzelnen Parteien. Wenn die zwischenmenschliche Chemie stimmt, guter Wille geschätzt, Toleranz gelebt und offene Gespräche gewünscht werden, kann man ruckzuck zum Kreis der Gleichgesinnten gehören. Also es gibt noch drei Wohneinheiten in den Größen 120, 100 und 80 Quadratmeter Wohnfläche zu vergeben. Wer Interesse daran hat, kann die anderen Vereinsmitglieder und angehenden Bewohner jeden ersten Montag im Monat im benachbarten Café in Goßfeldens Mitte treffen oder einfach ein „Date“ ausmachen. Denn Kennenlernen sollte man sich schon, bevor Entscheidungen fallen, finden Bernhard und Ute Vohwinkel.

Vereinsmitglied Konrad Wundt hat zur Erst-Information auch eine Internet-Präsenz eingerichtet. Dort können sich Interessenten schnell und übersichtlich über alles Wichtige zu diesem besonderen Wohnprojekt informieren.

Gemeinde stellt das Grundstück zur Verfügung

Nach wie vor wird es von der Gemeinde Lahntal unterstützt, schließlich gehört ihr das Grundstück. „Das Bauen und Wohnen in einer Gruppe ist eine Idee, die, wenn sie erst ein paar mal realisiert wurde, durchaus erfolgreich um sich greifen kann. Es ist eine gute Antwort auf den demografischen Wandel und den Wunsch vieler Menschen, eigenverantwortlich, aber nicht alleine leben zu wollen“, sagt Lahntals Bürgermeister Manfred Apell.

Das Projekt in Goßfeldens Neuer Mitte überzeugt auch von der Umgegend der noch zu bauenden Häuser. Da wäre das neu eingerichtete Ärztehaus direkt nebenan, das Café mit Gemeindebücherei, verschiedene Geschäfte in der Umgegend, eine Bushaltestelle fast vor der Haustür, ein Bahnhaltepunkt und für Kinder Kindergarten und Grundschule im Ort.

Der Verein verfügt bereits über einen Architekten und einen Bauplan, wobei jetzt noch individuelle Änderungen möglich sein sollen. „Ganz konkret: Grundrisse, Terrassen, Balkone und Wintergärten sind noch individuell planbar“, sagt Berndhard Vohwinkel. Die Häuser sollen jedoch durch oberirdische, wohnungsnahe Kellerersatzräume sowie teilweise durch Laubengänge verbunden werden. „Wir suchen übrigens nicht ausschließlich nur Bauwillige, die selbst einziehen möchten, sondern auch Investoren, die eine Wohnung kaufen und dann vermieten möchten“, sagt Ute Vohwinkel.

Es verstehe sich von selbst, dass eine moderne Energieversorgung und Nachhaltigkeit beim Bau der Häuser eine dominierende Rolle spielen werden. Nun sind die drei Vereinsmitglieder sehr gespannt, wer sich für ihre Idee begeistern kann und hoffen auf neue nette Bekanntschaften. Wenn alles gut geht, könnten die Häuser schon 2014 entstehen und das Projekt mit Einzug endgültig mit Leben gefüllt werden.

Hintergrund

Infos über das Projekt gibt es im Internet unter www.wohnhof-lahntal.de

Kontakt ist möglich über den derzeitigen Vereinsvorsitzenden Bernhard Vohwinkel, Telefon 06420/6343 oder per Mail unter bernhard.vohwinkel@t-online.de

Der St.Elisabeth-Vereinc Marburg/Altenhilfe Wetter plant zeitgleich in direkter Nachbarschaft den Neubau eines Hauses mit kleinen Wohneinheiten und einer ambulanten Tagespflegeeinrichtung. Die dort vorgehaltene Unterstützung steht dann bei Bedarf auch den Bewohnern des Wohnhofs zur Verfügung.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis