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Alkoholiker randaliert im Bus: 500 Euro Geldstrafe

Aus dem Gericht Alkoholiker randaliert im Bus: 500 Euro Geldstrafe

Er hat sich auf einer Busfahrt von Frankenberg in Richtung Gießen aggressiv verhalten und die Brille des Busfahrers beschädigt. Dafür wurde ein 42-jähriger, wie er sagt trockener Alkoholiker, zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt.

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Symbolfoto: Der Alkoholtest des Angeklagten hatte 2,07 Promille ergeben.

Quelle: Patrick Seeger

Wetter. „Mir ist es nicht nur peinlich, ich schäme mich“, ­sagte der 42-jährige Angeklagte­ vor dem Marburger Amtsgericht. Als er sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten musste,­ fuhr er fort: „Ich habe daran kaum Erinnerungen. Ich bin trockener Alkoholiker und habe­ an diesem Tag eine halbe Flasche Whiskey geext. Ich hatte einen heftigen Streit mit meiner Ex-Frau an dem Tag.“

Es ging um einen Vorfall im März 2017. Der Angeklagte war mit einem Bus von Frankenberg in Richtung Gießen unterwegs. Er soll aggressiv gegen den Busfahrer gewesen sein und während einer Pause dessen Brille­ beschädigt haben, sodass das Busunternehmen die Polizei verständigte.

© WhatsBroadcast

Nach einem Fahrerwechsel­ auf dem Betriebshof hielten zwei Zivil- und zwei uniformierte ­Polizeibeamte den Bus in ­Höhe der Stadt Wetter an. „Er war ­augenscheinlich unter ­Alkoholeinfluss und hatte Probleme, auf den Beinen zu stehen“, sagte ein 35-jähriger Polizeibeamter als Zeuge aus.

Der Angeklagte sei immer ungehaltener geworden und habe Beleidigungen ausgesprochen. Nach einem Atemalkoholtest, der 2,07 Promille ergeben hatte, ließ er sich Handschellen anlegen. In Marburg angekommen, habe sich der 42-Jährige geweigert, aus dem Auto auszusteigen.

Reduzierte Schuldfähigkeit mildert Urteil ab

Nach Aussage eines 51-jährigen Polizeioberkommissars hätte er „in die Zelle geschliffen“ werden müssen. Danach habe der Angeklagte gegen die Tür der Zelle getreten und geschlagen. Als jedoch ein Arzt kam, der die Haftfähigkeit des Angeklagten bestätigen sollte, habe sich der 42-Jährige wieder „gesittet“ verhalten. Danach ­habe er sich wieder „ausgetobt“, sei aber am nächsten Tag entlassen worden.

Richter Vollmer berücksichtigte in seinem Urteil die erhebliche Alkoholisierung und eine erheblich reduzierte Schuldfähigkeit. Der Angeklagte habe glaubhaft Reue gezeigt und sich entschuldigt. Letztendlich belief sich das Urteil auf eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je zehn Euro.

von Beatrix Achinger

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