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Nordkreis Ab April wird Sonnenkraft „geerntet“
Landkreis Nordkreis Ab April wird Sonnenkraft „geerntet“
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06:16 30.03.2012
Gaben den Startschuss zum Bau des Solar-Feldes im Gewerbegebiet „Hainsbirken“: Werner Fischer (von links), Dieter Battel, Thomas Brandherm, Rainer Kühne, Peter Funk und Roland Wehner. Quelle: Götz Schaub
Niederasphe

Am Montagabend informierte die Gemeinde Münchhausen 50 interessierte Bürger über das Vorhaben im Gewerbegebiet, noch am selben Abend rollten die ersten Fahrzeuge vor und am Dienstagvormittag erfolgte der erste Spatenstich.

„Wir wollen hier niemanden überrumpeln, aber angesichts der Verkürzung der Solarförderung musste es jetzt schnell gehen“, sagt Münchhausens Bürgermeister Peter Funk. Das acht Hektar große Grundstück im Gewerbegebiet „Hainsbirken“ lag lange brach. Umso mehr freut sich Funk, dass dort nun auch ein Beitrag zur Energiewende geleistet wird. Die nächsten Anwohner werden auch nichts zu befürchten haben, es gibt weder Abgase, Lärm oder unangenehme Blendungen.

Investor sind die Stadtwerke Marburg. Deren Geschäftsführer Rainer Kühne führt aus: „Es werden 2208 Module mit einer Einzelleistung von 260 Watt in 25 Reihen und auf 184 Tischen mit einer einachsigen Nachführung aufgebaut. Die solare Kraftleistung dieser Anlage liegt bei rund 600 Kilowatt-Peak (Spitzenleistung).“ Das knapp eine Million Euro teure Solarkraftwerk soll pro Jahr durchschnittlich 670000 Kilowattstunden Strom erzeugen das entspricht der Stromversorgung für fast 200 Einfamilienhäuser beziehungsweise knapp acht Prozent des Strombedarfs der Gemeinde Münchhausen.

Kühne: „Im Vergleich zu herkömmlichen Technologien werden mit dem Solarkraftwerk jährlich rund 280 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.“ Die Technologie stammt von der Firma Phlegon Solar aus Untergriesbach in Bayern. Geschäftsführer Werner Fischer, der am Dienstag eigens zum ersten Spatenstich in Niederasphe weilte freute sich auf die Zusammenarbeit.

Die Besonderheit dieser Freiflächen-Photovoltaikanlage liegt darin, dass die Module einachsig dem Sonnenstand nachgeführt werden und somit eine Erhöhung des Solarertrages gegenüber einer festen Installation erreicht werden kann. Kühne: „Wir sprechen immerhin von einer Erhöhung um 20 Prozent.“ Niederasphes Ortsvorsteher Roland Wehner, der zugleich Vorsitzender des Münchhäuser Parlaments ist, setzt auf eine breite Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung. „Unsere Gemeinde ist bemüht, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Ich kann dieses Projekt nur begrüßen.“ Bürgermeister Funk sieht Münchhausen auf dem richtigen Weg. Zusammen mit den geplanten Windrädern könne Münchhausen in Richtung Kreishaus bald Vollzug melden, alles für das Erreichen der 100-prozentigen Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern getan zu haben. Fischer kündigte an, dass trotz der Vergabe an eine Firma aus Bayern auch heimische Betriebe Nutzen daraus ziehen. „Wir werden gern mit einem Elektriker und einem Erdbauer von vor Ort das Projekt umsetzen.“

Kühne geht davon aus, das die Anlage im April schon „erntet“. Und das muss sie auch, wenn noch die alten Konditionen bei der Einspeisevergütung gelten sollen.

von Götz Schaub