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Mir schwätze platt Wenn dem "Merjeldippe" ganz "durmelich" ist
Landkreis Mir schwätze platt Wenn dem "Merjeldippe" ganz "durmelich" ist
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11:44 08.01.2010

Marburg. Wer immer das Haar in der Suppe findet und auch am schönsten Tag noch eine Wolke vor der Sonne sieht, einen solchen Menschen bezeichnet man in Marburg und Umgebung als "Merjeldippe" - als "Nörgeltopf". Otto Osswald aus Cölbe und Margarete Ammenhäuser aus Haddamshausen haben dieses schöne Wort eingeschickt und damit die Reihe der Schimpfwörter in der Serie "Mir schwätze platt" erweitert. Aber der Dialekt bietet natürlich nicht nur bei Schimpfwörtern eine reiche Fülle an Vokabular, das oft farbiger und pointierter ist als die Hochsprache.
Auch Adjektive sind im Dialekt oft zielgenauer als im Hochdeutschen. Sagt man, dass einem ganz "durmelich" ist, dann ist gewiss, dass es sich im Kopf ganz unangenehm dreht und man nicht so genau sagen kann, woher dieser Geisteszustand rührt, auf jeden Fall nicht nur von einer zu schnellen Bewegung. Die Übersetzung "schwindelig" trifft den Tatbestand nur zum Teil. Und wer im Ebsdorfergrund anmerkt, dass es heute mal wieder ziemlich "bedompe" ist, dann ist "schwül" nur ein Teil der Bedeutung. "Bedompe" stellt mehr die Luftfeuchtigkeit als die Temperatur in den Vordergrund. Unangenehm eben.
Schicken Sie Ihr Lieblingswort unter dem Stichwort "Mir schwätze platt" an die OP, Franz-Tuzcek-Weg 1, 35039 Marburg oder per E-Mail an online@op-marburg.de

von Gabriele Neumann

Sprachwissenschaftler Professor Heinrich Dingeldein erklärt die Bedeutung von "Merjeldippe". Um den Podcast zu hören, klicken Sie auf den Pfeil neben dem Audiosymbol.

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