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Mir schwätze platt "Schweinemelken" im "Schlafsaal"
Landkreis Mir schwätze platt "Schweinemelken" im "Schlafsaal"
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13:33 15.04.2010

Marburg. Dass etwas zum Mäusemelken ist, kennt man ja auch aus dem Hochdeutschen. Aber was ist "Schweinemelken"? Kurt Sänger, gebürtig aus dem Hinterland, berichtet der OP von einer Begebenheit aus seiner Kindheit: "Wir hatten eine "Schafhorre" auf dem Acker. Und abends mussten wir den Schäfer verköstigen. Er kam als Wanderschäfer daher. Beim Abendessen fragte ich ihn in "Hochdeutsch" , ob denn die Schafe auch "Schweinemelken" essen würden. Der Mann wusste keine antwort. "Schweinemelken"? Ich hatte den Löwenzahn im Dialekt mit "Säämealke" (Säa=Sau und mealke = melken) ins "Hochdeutsche" übersetzt.

Sänger berichtet auch noch von einer anderen Anekdote, in der eine Frau andernorts mit einem "Schlafsaal" als Ort in einer Herberge sprachlich konfrontiert worden war und einigermaßen verwirrt reagierte. Für sie bedeutete der Begriff "Schlafsaal" nämlich soviel wie "Schleifseil", also "Schleppleine" - und dass man das als Besonderheit in einer Herberge bezeichnete, kam ihr irgendwie Spanisch vor - oder vielleicht auch zu Hochdeutsch.

Haben Sie schöne "Übersetzungsfehler" aus dem Dialekt? Schicken Sie uns Ihre Lieblingsanekdote mit dem Stichwort "Mir schwätze platt" per E-Mail an online@op-marburg.de oder per Post an die OP, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg.

von Gabriele Neumann

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