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"Schabracke" und "obsenoat"

Fremdwörter im Dialekt (II) "Schabracke" und "obsenoat"

Die "alte Schabracke" hat einen bewegten Werdegang hinter sich. Vom Türkischen hat sie den Weg bis nach Mittelhessen geschafft - und ist wie viele andere Fremdwörter auch in der Standardsprache zu finden.

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Eigentlich eine Pferdedecke, im übertragenen Sinn aber ein Schimpfwort ist die Schabracke. Foto: www.pixelio.de

Quelle: Thomas Max Müller

Marburg . Wenn eine Frau als "alte Schabracke" bezeichnet wird, dann kann sie sicher sein, aus dieser Richtung keinen Heiratsantrag zu bekommen. Denn wer sie so nennt, findet sie äußerst unattraktiv und ungepflegt. Dabei bedeutet das türkische "caprak" eigentlich nur Satteldecke oder Überwurf. Die Decke auf dem Rücken der Pferde wurde freilich mit der Zeit etwas abgenutzt und möglicherweise auch fadenscheinig. Warum aber der Bedeutungswandel zum Schimpfwort stattfand, das kann auch der Dialektforscher Professor Heinrich Dingeldein von der Philipps-Universität nicht erklären. In manchen Orten ist das Wort auch für abgemagerte Kühe gebräuchlich, wie Heinrich Möhl aus Josbach der OP mitteilte. Dass die Schabracke eines der wenigen türkischen Lehnwörter im Deutschen ist, ist aber allein schon der Rede wert. Denn viel mehr Wörter im Deutschen stammen aus dem Englischen und Französischen.

Aus dem Lateinischen übernahmen die Mittelhessen "obsenoat", das der Geschichtsverein Weimar und Katja Pfeiffer aus Lohra auf der "Platt"-Liste haben. Und da ist die Bedeutung genau so geblieben, wie sie im lateinsichen "obstinat" war: widerspenstig, uneinsichtig, verbohrt.

In der nächsten Folge geht es mit jiddischen Wörtern weiter: Die Ische, der Schabbesschmus und weitere Überraschungen warten.

von Gabriele Neumann

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