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Landkreis Im Bann des magischen Auges
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17:14 22.08.2013
Roland Rauch präsentiert einen Teil seiner Schätze, die in „Rolands Radio Bar“ stehen.Foto: Florian Lerchbacher
Stadtallendorf

Seit seinem zehnten Lebensjahr sammelt der inzwischen 52 Jahre alte Roland Rauch Radios mit einem Baujahr, das zwischen etwa 1930 und dem Ende der 1960er Jahre liegt. „Dann ging die Transistoren-Ära los und die Geräte sahen einfach nicht mehr so schön aus“, erklärt der Stadtallendorfer die zeitliche Begrenzung.

Rund 50 Radios stehen in seinem Hobbyraum, der Rest verteilt sich über das Haus. Die Lieblinge seiner Frau sind, wen wundert es bei einer platzraubenden Sammlung, die kompakten Philettas von Philips - die „typischen Küchengeräte“, wie Roland Rauch erklärt. Sein Favorit ist indes ein Radio von Neckermann, das die Firma Körting vor vielen Jahren in der DDR hergestellt hatte. „Ich bekam es 1971 von meinem Onkel geschenkt“, erinnert sich der Stadtallendorfer, um den es damals geschehen war: Der Onkel weckte mit seinem Präsent die Faszination des jungen Roland, den das magische Auge - ein Licht, das die Empfangsqualität des Senders anzeigt - nicht mehr losließ. „Dieses Leuchten zog mich in seinen Bann“, sagt Rauch, der das Neckermann-Gerät inzwischen in vierfacher Ausfertigung besitzt.

Eins weiterzugeben wäre theoretisch möglich, scheint jedoch unrealistisch: „Ich werde öfters mal gefragt, wenn sich jemand ein altes Radio wünscht“, berichtet er. Einen Schatz aus seiner Sammlung würde er unter Umständen weitergeben. Er müsste das entsprechende Gerät jedoch mindestens doppelt haben - und selbst dann sei es eher wahrscheinlicher, dass er von irgendwoher eins besorgt.

Kommt ein neues Gerät in seinen Besitz, dann schraubt der gelernte Elektriker das gute Stück erst einmal auf: „Man weiß ja nie, wer sich schon daran zu schaffen gemacht hat“, betont er und erklärt: „Zum Beispiel kann man die Netzspannung umstellen. Und wenn jemand das Radio auf 110 Volt eingestellt hat und ich mit 220 Volt rangehe, dann war es das.“ Und das darf schließlich nicht sein.

Für die Beschaffung von Ersatzteilen hat sich das Internet als wahre Goldgrube erwiesen. Dort lassen sich bei gezielter Suche beispielsweise Skalenscheiben aber auch die speziellen Teerkondensatoren finden - die er in den vergangenen 40 Jahren nicht nur an einem Radio austauschen musste: „Die alten Dinger können auch mal anfangen zu brennen, also sollte man sie gelegentlich wechseln.“

Zwei bis drei Wochen hat er schon an so manchem Gerät herumgeschraubt, bis es wieder voll funktionstüchtig war. Doch die Arbeit lohnt sich immer wieder: „Es ist einfach ein anderer, wärmerer Klang, der durch das Holzgehäuse entsteht.“

Eine Auswahl seiner Radios präsentiert Roland Rauch auf seiner Internetseite www.wo-roehren-gluehen.de. Wie viele zu seinen rund 200 Stück noch dazukommen, weiß er nicht: „Ich sage immer: Jetzt ist Schluss.“ Doch irgendwie scheint sich kein Ende zu finden. Als mittelfristiges Ziel gibt der Stadtallendorfer aus, ein kleines privates Museum einzurichten - das Gäste kostenlos besuchen können, schließlich will Rauch möglichst viele Menschen an seiner Leidenschaft teilhaben lassen.

von Florian Lerchbacher

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