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Ihre Karriere, bitte! Meine Werte und ich
Landkreis Ihre Karriere, bitte! Meine Werte und ich
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10:54 20.10.2011

Sie leiden darunter, im Beruf und seitens ihrer Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzten Respektlosigkeit sich selbst und anderen gegenüber zu erleben. Sie wünschen sich mehr Vertrauen und wissen nicht so recht, wie sie ihre Werte, die ihnen wichtig sind, im Berufsalltag leben und aufrecht erhalten können. Und oft genug fragen sie sich, wie sie es schaffen können, nicht nur von ihrem Gegenüber Respekt, Vertrauen und Verantwortung einzufordern, sondern wie sie diese Werte in ihr eigenes Leben integrieren können.

Respekt, Vertrauen und Verantwortung sind Werte, die im Privat- wie im Berufsleben eine wichtige Rolle spielen und die sich gegenseitig bedingen und gleichwertig nebeneinander stehen. Ein respektvoller Umgang mit dem anderen gelingt meistens dann, wenn ich gelernt habe, mich selbst zu respektieren mit allen meinen Stärken und meinen Schwächen. Wenn ich für mich erfahren habe, dass Selbstwert bedeutet, mich in allem „Wert zu schätzen“, auch mit meinen weniger angenehmen Eigenschaften, die jeder von uns hat, dann habe ich gelernt, mit mir respektvoll umzugehen, dann kann ich auch dem anderen gegenüber respektvoll sein. Respekt mir selbst gegenüber bedingt, dass ich die Verantwortung übernehme für mein Tun und mein Dasein. Habe ich als Führungspersönlichkeit beispielsweise wenig Vertrauen in meine Fähigkeiten, werde ich vermutlich auch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger abverlangen, sie vor Herausforderungen verschonen, und ihnen eher misstrauen, als sie zu fordern und zu fördern und ihnen damit die Chance zu bieten, sich weiter zu entwickeln. Fehlendes Vertrauen in mich und die anderen führt meistens dazu, dass ich lieber alles selbst mache, als Teile der Arbeit zu delegieren und damit dem anderen gegenüber meine Wertschätzung auszudrücken.

Doch wie lassen sich Werte wie Respekt, Vertrauen und Verantwortung lernen und leben? Das Erkennen, dass sie mir wichtig sind, ist ein erster Schritt. Schaffe ich es dann auch noch, zum Beispiel zum Pausenklatsch nein zu sagen, obwohl ich dann weniger beliebt bin bei den Kolleginnen und Kollegen, dann habe ich einen weiteren für mich wichtigen Schritt getan zu mehr Respekt und Vertrauen. Und es gibt wichtigere und interessantere Themen als Klatsch und Tratsch.

von Inge Maisch

Checkliste für „Meine Werte und ich…“

1.) Fragt man nach den allgemeinen Werten jedes einzelnen, dann stehen Freiheit und Erfolg gefolgt von Familie, Gesundheit und Sicherheit ganz oben auf der Werteskala. Im Beruf wünschen sich die meisten einen respektvollen Umgang, Ehrlichkeit, Vertrauen und Verantwortung.

2.) Werte sind von unserer Umgebung übernommene Überzeugungen, die uns von Klein auf prägen. Einige davon sind allgemein gültig, etwa, dass wir einem anderen gegenüber keine Gewalt ausüben. Andere müssen immer wieder neu ausgehandelt werden, weil es keine richtige oder falsche Lösung gibt, sondern nur eine, die wir nach bestem Wissen vorschlagen und selbst leben können. Denn manchmal vergessen wir, dass unsere Werte eine Orientierung für uns sind und nicht zwingend für den anderen, auch wenn wir glauben, es gut mit ihm zu meinen.

Tipps zum Lesen:

Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Grundl, Boris, Diktatur der Gutmenschen, Was Sie sich nicht gefallen lassen dürfen, wenn Sie etwas bewegen wollen, 2010, Econ Verlag, ISBN: 9783430201070

Grün, Amseln, Menschen führen – Leben wecken, 2006, Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN: 9783423342773

Wickert, Ulrich, Redet Geld, schweigt die Welt. Was uns Werte wert sein müssen, 2011, Hofmann und Campe Verlag, ISBN: 9783455502244

OP Expertenteam

Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg

Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf

Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Barbara Schade, Diplom-Psychologin und Referentin, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg

Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg