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Ich motiviere mich selbst

Einstellungssache Ich motiviere mich selbst

Der Job ist super, die Kollegen klasse, der Arbeitsplatz großartig mit tollem Ausblick auf eine angenehme Umgebung…. Wenn Mitarbeiter so von ihrem Arbeitsalltag schwärmen, brauchen sie keine Selbstmotivation. Sie können sich ganz auf ihre konkreten Herausforderungen und das Lösen anstehender Fragen konzentrieren. Ihr „Flow-Erlebnis“, das wohlige Hineintauchen in die von ihnen als bereichernd empfundene Arbeit, ist ihnen innerer Antrieb und Belohnung genug.  

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Inge Maisch unterstützt und berät Berufstätige als Coach.

Was ist jedoch mit Menschen, die in einer wenig angenehmen Arbeitssituation stecken, bei denen Unlust im Job das vorherrschende Gefühl ist? Mit Mitarbeitern, die immer wieder einen schlechten Tag haben, über längere Zeit Arbeiten machen müssen, die sie nur ungern ausführen oder die sich auf ungeliebte Prüfungen, Vorträge oder Präsentationen vorbereiten sollen?

Sie haben mindestens zwei Möglichkeiten. Sie können jammern und einfach weiter machen wie bislang – oder sie können sich dafür entscheiden, sich selbst zu motivieren und sich die konkrete Arbeitssituation so erträglich wie möglich zu gestalten. Um uns selbst zu motivieren an der Arbeit oder an der uns gestellten Aufgabe ein wenig mehr Freude zu haben als bislang, braucht es ein paar kleine Tricks. Eine wichtige Voraussetzung für unsere Selbstmotivation ist, dass wir uns die Wirklichkeit nicht rosarot malen, sondern sie realistisch wahrnehmen.

Je nachdem, aus welcher Perspektive wir dann unsere von uns sachlich wahrgenommene Arbeitssituation betrachten, und manchmal brauchen wir dafür die Hilfe von Dritten, können wir daran möglicherweise einige positive Dinge entdecken, die uns bislang verborgen waren. Beispielsweise, in dem wir uns fragen, für wen unsere Arbeit zwingend erforderlich ist oder wie sähe unsere Umgebung oder gar die Welt aus, wenn wir diese Arbeit nicht leisten würden. Mit den Antworten auf solche Fragen können wir unsere innere Einstellung zu unserem Beruf verändern und unsere Selbstmotivation verbessern.

Eine weitere Stärkung unserer Selbstmotivation können uns wohltuende Motivatoren sein. Etwa eine Belohnung, die wir uns selbst schenken, nachdem wir eine ungeliebte Arbeit rascher als üblich und uns zufriedenstellend abgeschlossen haben. Manchmal hilft allerdings nur eines, an einem schwierigen Tag früher aufzuhören, sofern es unsere Arbeit erlaubt oder, falls möglich, die ungeliebte Tätigkeit für ein paar Stunden auf die Seite zu legen und uns zu einem anderen Zeitpunkt wieder damit zu befassen. 

von Inge Maisch

Checkliste für „Ich motiviere mich selbst“
1.) Mit unserer Selbstmotivation können wir helfen, unseren eher von Lustlosigkeit geprägten Arbeitsalltag für uns angenehmer zu gestalten. 
2.) Selbstmotivation lässt sich mit einem Motivator wie beispielsweise einer Belohnung, die wir uns selbst schenken, unterstützen. Eine Belohnung kann bereits das gute Gefühl sein, dass wir  unseren inneren Schweinehund zum Schweigen gebracht haben. 
3.) Hilfreich für Selbstmotivation können außerdem Motivatoren sein wie To-Do-Listen, ein gutes Zeitmanagement, konkrete Ziele, positive Seiten an der derzeitigen Tätigkeit entdecken und das Ausschalten des eigenen inneren Kritikers, der ständig unsere Schwächen unter die Nase reibt, und stattdessen das Konzentrieren auf unsere Stärken und Fähigkeiten. Welches der genannten (oder nicht genannten) Werkzeuge für uns das richtig ist, müssen wir ausprobieren. 
4.) Ein weiterer Motivator kann die Antwort auf die Frage sein, ob unser Beruf wirklich zu uns passt.  Brauchen wir beispielsweise feste Strukturen und Klarheit im beruflichen Alltag, dann fühlen wir uns in Managementberufen, in denen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefordert sind, eher unwohl, und müssen uns mehr motivieren als mit einem klar umrissenen Arbeitsgebiet. 
5.) Hinter der Selbstmotivation steckt die sogenannte Volition, die Willenskraft, ein Ziel zu erreichen, wie etwa einen etwas angenehmeren Arbeitsalltag. Psychologen wissen inzwischen, dass sich unsere Willenskraft, unsere Volition gezielt trainieren lässt. 

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher, Zeitschriften, Studien und Webseiten aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind: Schmidt, Dirk, Motivation: 88 Strategien, Impulse und Tipps für eine hohe Selbstmotivation, 2011, Gabler Verlag, ISBN: 9783834926142Würz, Timo, Günter, der innere Schweinehund, 2011, Gabal Verlag, ISBN: 9783897494572

Das OP-Expertenteam
Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Diplom-Psychologin, freiberufliche Personal- und Führungskräftetrainerin
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

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Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt