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Ihre Karriere, bitte! Ich habe Zeit für mich
Landkreis Ihre Karriere, bitte! Ich habe Zeit für mich
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05:54 16.06.2012
Inge Maisch unterstützt und berät Berufstätige als Coach.

Wie oft möchten wir an einer Sache dran bleiben, sie durchdenken und durchdringen. Wir wünschen uns, Zeit zu haben für neue Ideen und kreative Gedanken. Stattdessen sagen wir vermutlich viel häufiger, im Moment habe ich keine Zeit, morgen vielleicht. Morgen verbanne ich eine Reihe an Termine aus meinem Kalender, morgen konzentriere ich mich auf das neue Projekt, morgen mache ich Sport, morgen lese ich das neue Buch, morgen kümmere ich mich um meine Freunde, meine Familie.

Weshalb ist das so? Haben wir heute tatsächlich keine Zeit oder nehmen wir sie uns nicht? Lassen wir uns gerne viele Termine in den Kalender diktieren, weil unser voller Terminkalender uns signalisiert, wie wichtig wir sind, wie unabkömmlich? Erkennen wir, dass wir es sind, die für unseren Zeitdruck sorgen, dann können wir versuchen, unseren beruflichen Alltag besser zu planen und zu strukturieren. Zum beispiel, indem wir in unserem Kalender Freiräume ohne Termine einplanen. Stunden, in denen wir ungestört arbeiten, Sport zu treiben oder schlicht ausspannen. To-Do-Listen, die festhalten, was dringend und was wichtig ist, helfen ebenfalls, uns den Zeitdruck zu nehmen. Dringende Dinge sollten wir sofort erledigen oder an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter delegieren. Wichtige Dinge, wie strategische und Führungsaufgaben dagegen kosten Zeit und brauchen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit – und einen zeitlichen Freiraum. Wenn wir zu uns sagen möchten, ich habe Zeit für mich, dann empfehlen Experten aus jahrelange Erfahrung eine Zeitplanung, die sich nicht nur an Zeitmanangement-Techniken orientiert, an vollen und leeren Terminkalendern und am Delegieren können, sondern auch daran, welche Lebensvision wir für uns haben und welche Prioritäten wir in unserem Leben setzen. Besonders vier Lebensbereiche stehen dabei im Fokus.

Im Beruf können wir uns die Frage stellen, mit welcher Einstellung wir diesen ausüben. Bei der Gesundheit wissen wir, dass unser Körper die regelmäßige Anspannung ebenso braucht, wie die Entspannung. Wenn wir ein Leben ausgeglichenes Leben führen möchten, dann gehören dazu auch gute Beziehungen zu Familien und Freunde und unsere ganz eigenen private Interessen, wie Musik, Reisen, Kunst, Garten oder Ehrenamt. Haben wir dann noch klare persönliche Wertevorstellungen, an denen wir uns orientieren und weiter entwickeln, dann haben wir für uns ein individuelles und gut funktionierendes Zeitmanagement entwickelt, ohne dass wir eine akribisch ausgetüftelte Zeitplanung betreiben müssen.

von Inge Maisch

Checkliste für „Ich habe Zeit für mich“
1.) Wenn wir uns mehr Zeit für uns wünschen, dann kann Nein-Sagen-Können ein wichtiger Mosaikstein sein im ‚wie schaffe ich es, mehr Zeit für mich zu haben‘. Ein höflich formuliertes, freundlich vorgetragenes und begründetes Nein zu dem zum Schwätzchen aufgelegten Kollegen, zur langatmig plaudernden Nachbarin, bei zu langen Beiträgen in Endloskonferenzen schafft Freiräume und hat nur höchst selten Konsequenzen.2.) Nicht immer ist es angebracht Monologisierer in Besprechungen und Gesprächen zu unterbrechen oder gar zu stoppen. Die Zwischenfrage, habe ich Sie richtig verstanden, Sie meinen konkret …, kann manchmal den Redefluss unterbrechen. Oft hilft allerdings nur, den Wortstrom auszuhalten und die Gedanken schweifen zu lassen, z. B. zum anstehenden neuen Projekt oder dem Urlaub.3.) Unklare Kommunikation ist ein regelrechter Zeitfresser. Besonders bei Mails lohnt es sich, diese noch einmal ruhig durchzulesen, ehe sie nach draußen gehen und dabei zu prüfen, ob das Gegenüber versteht, was ich meine. Eine gründlich formulierte Nachricht erspart so manche Rücksprache und erleichtert das gegenseitige Verstehen. 4.) Innere Unabhängigkeit und Souveränität tragen zusätzlich dazu bei, gekonnt mit der eigenen Zeit umzugehen. Ein Coaching, eine Therapie oder das Gespräch mit Kollegen, Familie und Freunden können dazu beitragen, sicher in sich selbst zu werden und zu bleiben. 

Das OP-Expertenteam
Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit MarburgFrank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-BiedenkopfClaudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-BiedenkopfBarbara Schade, Diplom-Psychologin, freiberufliche Personal- und FührungskräftetrainerinElke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

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