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Hänsel und Gretel

Mut Hänsel und Gretel

Weil das Essen nicht mehr für alle vier Personen reicht, überredet die Mutter von Hänsel und Gretel im gleichnamigen Grimmschen Märchen ihren Mann, die beiden Kinder ihrem Schicksal zu überlassen und diese im Wald auszusetzen.

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Inge Maisch unterstützt und berät Berufstätige als Coach.

Hänsel und Gretel kommen vom Weg ab und finden nicht mehr zurück in ihre vertraute Umgebung. Stattdessen entdecken sie ein Knusperhäuschen. Dessen Bewohnerin, die böse Hexe, fängt die Kinder, lässt Gretel für sich als Dienstmagd arbeiten und versucht den eingesperrten Hans als Delikatesse zu mästen. Mit Klugheit stellen sich Hans und Gretel auf ihre neue Situation ein und überlisten die Hexe am Ende gemeinsam. Vollgepackt mit Schätzen aus dem Hexenhaus kehren sie zu Vater zurück – die Mutter lebt nicht mehr – und führen ein wohlhabendes Leben.

Zu Beginn des Märchens sind Hänsel und Gretel keine Helden, sondern einfache, arme Kinder. Im Laufe des Märchens lernen sie, ihre Angst zu überwinden vor dem dunklen Wald und vor der bösen Hexe. Sie stellen sich den ihnen unbekannten Situationen und entdecken dabei, dass sie ihren eigenen Fähigkeiten und denjenigen des anderen vertrauen können und für ihren Mut  reichlich belohnt werden.

Die Botschaften in Volksmärchen wie Hänsel und Gretel haben vermutlich seit Jahrtausenden den Menschen geholfen, Herausforderungen anzunehmen, sich weiter zu entwickeln und sich zu verändern. Heute nutzen Trainer und Coaches sogenannten „Heldenreisen“ aus der Märchenwelt in der Beratung von Klienten oder bei Veränderungsprozessen in Unternehmen. Fast immer beginnen die „Heldenreisen“ mit einem freiwilligen oder erzwungenen Aufbruch in eine unbekannte Welt, z. B., sich mit einem Kollegen auseinander zu setzen, der jede Veränderung im Unternehmen blockiert. Meistens leisten die „Heldinnen“ und „Helden“ zunächst Widerstand gegenüber der ihnen aufgetragenen Aufgabe. Hänsel versucht mit Tricks, den Rückweg nach Hause zu markieren. Gibt es kein Zurück mehr – Hänsel und Gretel verirren sich im Wald– dann werden in den meisten Märchen die Helden und Heldinnen mit vielfältigen Schwierigkeiten konfrontiert und dadurch dazu aufgefordert, sich ihren eigenen Ängsten zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Am Ende setzen sie ihr Leben verändert und mit neuer Perspektive fort.

Auch wenn Märchen manchmal sehr schematisch wirken und oft brutal sind, etwa wenn Gretel die Hexe in den heißen Ofen schiebt, so scheinen sie doch etwas Essentielles zu verkörpern. Es sind meist einfache Menschen – keine Actionhelden wie 007 –, die sich neuen und unbekannten Aufgaben stellen, und dabei ihren Mut und ihre kreativen Potentiale entdecken. Und fast immer ist ein mögliches Scheitern Bestandteil des Märchens wie etwa bei Dornröschen, in dessen Dornenhecke viele Königssöhne gestorben waren, ehe der richtige zum richtigen Zeitpunkt angeritten kam.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute…

von Inge Maisch

Checkliste für „Hänsel und Gretel“
1.) Eine „Heldenreise“ in einem Unternehmen, mit einem Klienten oder mit sich selbst beginnt meistens mit der Feststellung, dass sich etwas ändern soll.
2.) Oft genug regt sich dagegen Widerspruch: Bislang war doch alles gut so, weshalb soll ich etwas bei mir verändern oder bei meinem Unternehmen, bei meinen Produkten? Hilfreich kann hierbei sein, aufzuzeigen, was im schlimmsten Fall passiert, wenn nichts passiert.
3.) Haben wir erst einmal die Entscheidung getroffen, dass etwas getan werden soll und haben wir möglicherweise auch schon das konkrete Ziel definiert, dann empfiehlt es sich, sich nach Helfern, nach Supportern umzuschauen und diese um Begleitung und Unterstützung zu bitten.
4.) Auf dem Weg zum Ziel sind vermutlich etliche Abenteuer zu bestehen, deren Ausgang niemand kennt. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die der Partner helfen dabei, das angestrebte Ziel zu erreichen.
5.) Ist das Ziel erreicht, gilt es zu feiern: den Erfolg, die Ergebnisse, das Neue.
6.) Zeigt es sich, dass die „Heldenreise“ scheitert und zum Beispiel dazu führt, dass sich ein Team auflöst oder der Klient lieber die Stelle kündigt als weiter mit zu vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen, dann bleibt als Ergebnis dennoch das Vertrauen, dass wir die Bedingungen im Beruf mitgestalten können und diese nicht nur akzeptieren müssen.

Tipps zum Lesen:  
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher, Zeitschriften und Webseiten aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
Bundesministerium für Bildung und Forschung, Innovationsdramaturgie nach dem Heldenprinzip, www.innovation-heldenprinzip.de
Höcker, Angelika: Business-Hero, 2010, Gabal Verlag GmbH, ISBN: 9783869361123
Manager Magazin Heft 159, Juni 2011

Das OP-Expertenteam
Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Diplom-Psychologin und Referentin, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

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Sichtweise

Als ich den Satz neulich im Radio hörte, verblüffte er mich. Statt mich durch jemand oder durch eine Situation ärgern zu lassen, entscheide ich, wer mich ärgert?

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Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt