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Gäbe es nur die nervigen Kollegen nicht…

Einstellungssache Gäbe es nur die nervigen Kollegen nicht…

Wenn gewisse Eigenschaften der Kollegen mal wieder den letzten Nerv rauben, sollte man sich nicht unterkriegen lassen. Wer gelassen damit umgeht und versucht, die Schwächen anderer zu akzeptieren, erlangt mehr Souveränität und erspart sich viel Ärger.

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Erfolg und Missgunst

Inge Maisch unterstützt und berät Berufstätige als Coach.

Ach wäre der Beruf schön, gäbe es die nervigen Kollegen nicht. Jeden Tag sind wir mit ihnen konfrontiert. Noch ehe das morgendliche Teammeeting los geht, wissen wir, dass Frau X zu allem Nein sagen und langatmig ihre ewigen Bedenken äußern wird und dass Herr Y auch heute wieder sein Fähnchen nach dem berühmten Wind hängt und keine eigene Meinung hat Schlimmer sind Frau Meier und Herr Müller. Die eine textet uns zu, wenn wir nicht aufpassen, der anderen liebt es, wichtige Informationen für sich zu behalten und uns dann in Gegenwart der Chefin ins offene Messer laufen zu lassen.

Vermutlich gehört der richtige und professionelle Umgang mit schwierigen Kollegen zu den größten Herausforderungen im beruflichen Alltag. Denn nur selten können wir uns unsere Kolleginnen und Kollegen aussuchen. Und ändern können wir sie auch nicht. Was also tun, wenn wir nervigen Kollegen nicht ausweichen und sie nicht vermeiden können. So schwer es manchmal auch ist: Der erste hilfreiche Schritt ist das Akzeptieren der Stärken und der Schwächen unseres Gegenübers, selbst wenn wir dazu kräftig die Zähne zusammenbeißen und mehrmals tief ein- und ausatmen müssen, ehe uns dies gelingt. Manchmal hilft uns auch ein Perspektivenwechsel und ein anderer Blick auf den anstrengenden Kollegen: Hinter einer Besserwisserin steckt oft ein sehr unsicherer Mensch. Ein Intrigant lechzt nach Macht, die er aufgrund seiner beruflichen Situation nicht hat, von der er jedoch glaubt, er habe sie verdient. Ein Poser, der gerne die Ideen anderer als seine eigenen verkauft, ist entweder über alle Massen von sich überzeugt oder innerlich ebenfalls tief verunsichert.

Wir erkennen jetzt zwar, was sich hinter den Kulissen eines uns stressenden Kollegen abspielt. Damit nervt er uns jedoch nach wie vor, und wir haben damit nichts an der konkreten Situation geändert. Ein paar Tipps mögen vielleicht dazu beitragen, unser Ziel zu erreichen, eine möglichst unangestrengte und arbeitsverträgliche Atmosphäre in unserem beruflichen Alltag herzustellen: Respekt dem anderen gegenüber gehört in erster Linie dazu. Oder ein entschieden ausgesprochenes Nein, wenn der Kollege wieder einmal seinen Ärger an uns auslässt oder uns die von ihm ungeliebte Arbeit kommentarlos auf den Tisch knallt.  Zielführend ist zudem eine große Portion Gelassenheit, zum Beispiel gegenüber einem böswilligen Angriff wie, ‚hast Du mal wieder nicht nach Hause gefunden‘. Mit einem ‚was meinst Du damit‘ lässt sich die Attacke parieren ohne dabei zurück zu schlagen. Und die berühmten Nörgler, die stets davon überzeugt sind, dass die Idee nicht umsetzbar, das Produkt nie marktfähig ist und Marketing Strategie sowieso nie funktioniert, lassen sich manchmal aushebeln mit Sätzen: ‚weshalb wird es nicht funktionieren?‘.

Mit einer entspannten und aufrechten, offenen Körperhaltung signalisieren wir unseren Kolleginnen und Kollegen außerdem Selbstbewusstsein und Klarheit und die deutliche Botschaft: Bei mir kommt das nervige Verhalten nicht (mehr) an.

von Inge Maisch

Tipps zum Lesen:    
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher, Zeitschriften, Studien und Webseiten aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
Hershon, Marc, Littmann, Jonathan, Das Kollegen-Hasser-Buch, 2010, Carl Hanser Verlag, ISBN: 9783446423497

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Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt