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Angst vor der Prüfung

Angst vor der Prüfung

Hochrote Wangen, feuchte Hände, flauer Magen – unsere Ängste vor Prüfungen und Auftritten äußern sich bei jedem von uns anders.

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Inge Maisch berät und unterstützt Berufstätige als Coach.

Im schlimmsten Fall kommt es zum Blackout. Wir können dann keine Fragen mehr beantworten oder schaffen es nicht mehr, unsere Vorlesung zu Ende zu bringen. Dabei haben wir schon viele Hürden im Lebensmarathon der Prüfungen geschafft: Tante Emma war mit unserem stotternd vorgetragenen Gedicht unter dem Weihnachtsbaum zufrieden, das erste Referat vor der neuen Klasse lief einigermaßen, die Führerscheinprüfung auch. Dennoch holt uns unsere Angst immer wieder ein, beim Examen am Ende des Studiums, beim Vortrag vor den Fachkollegen aus aller Welt, bei der launigen Ansprache anlässlich des runden Geburtstages unserer Chefin.

Oft überfällt uns die Angst bereits, wenn wir uns zu einer Prüfung anmelden oder eine Rede, ein Referat zusagen. Und dieser Moment kann für uns eine Chance sein auf dem Weg, unsere Prüfungsängste besser zu kontrollieren und am Ende hoffentlich zu beherrschen. Denn jetzt haben wir noch Zeit, uns auf die anstehenden Herausforderungen einzulassen.

Hilfreich ist es zunächst, uns einzugestehen, dass wir uns vor unserer Prüfung fürchten. Und vielleicht gelingt es uns, nachdem wir unsere Furcht akzeptiert haben, zu erkennen, weshalb wir Prüfungsängste entwickeln. Brauchen wir beispielsweise etwas mehr Anerkennung? Durch uns selbst? Fordern wir viel zu viel von uns? Ängstigen wir uns eher vor dem „Danach“? Dem neuen Lebensabschnitt, der nach Abschluss unseres Studiums beginnen wird?

Wenn wir unsere Ängste etwas besser kennen gelernt und uns genauer mit der eigentlichen Prüfung auseinander gesetzt haben, etwa, wer prüft und wer zuhört oder woher kommen die Kolleginnen und Kollegen und welche Wünsche könnten sie an unseren Vortrag haben, dann können wir gezielt daran arbeiten, unsere Wissenslücken zu füllen oder das Konzept für unser Referat zu entwickeln. Und wenn wir dann noch genügend Zeit für ein gezieltes Entspannungstraining einplanen und uns immer wieder selbst dazu einladen, den angefragten Vortrag mehrfach laut zu halten oder die möglichen Prüfungsfragen mit Prüfungsmitstreitern gemeinsam durchzusprechen und zu trainieren, dann steht am Ende nur eines: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft.

von Inge Maisch
Checkliste für „Angst vor der Prüfung…“
1.) Bei einer Prüfungsphobie ist eine Therapie oder ein Coaching zu empfehlen.
2.) Bereiten Sie sich rechtzeitig auf Ihre Prüfung und Ihren Vortrag vor. Lassen Sie sich zwischendrin immer wieder abfragen. Vermutlich werden Sie feststellen, dass Sie mehr wissen, als Sie von sich gedacht hatten.
3.) Üben Sie Ihr Referat, Ihren Vortrag mehrfach und laut. Kontrollieren Sie dabei, ob Sie die vorgegebene Zeit einhalten können.
4.) Konzentrieren Sie Ihre Gedanken beim Vorbereiten auf eine Prüfung oder einen Vortrag auf die bereits von Ihnen erreichten Zwischenziele und Fortschritte. Bei Schwarzmalerei sagen Sie bewusst „Stopp“.
5.) Wenn Sie vor einem Auftritt sehr aufgeregt sind, dann lernen Sie vor dem nächsten Mal rechtzeitig eine für Sie stimmige Atem- und Entspannungstechnik.
6.) Sollten Sie einen Blackout in einer Prüfung oder während eines Vortrages haben, bitten Sie um eine ganz kurze Pause, atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und wiederholen Sie das zuletzt Gesagte oder bitten Sie um eine neue Frage.

Tipps zum Lesen:
Merkle, Rolf, Wolf, Doris, So überwinden Sie Prüfungsängste: Psychologische Strategien zur optimalen Vorbereitung und Bewältigung von Prüfungen, 2001, Pal Verlag, ISBN: 978-3923614363
Schuster, Martin, Metzig, Werner, Prüfungsangst und Lampenfieber: Bewertungssituationen vorbereiten und meistern, 2009, Springer Verlag, ISBN: 978-3540927532

Das OP-Expertenteam
Waldemar Droß, Agentur für Arbeit Marburg, Leitung
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Beraterin und Coach, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg

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Die Karriere-Beraterin

Inge Maisch arbeitet im Bereich Business und Personal Coaching. Sie begleitet und berät ihre Klienten bei beruflichen oder persönlichen Fragestellungen. Schwerpunkte sind Karriereplanung, Weiterentwicklung als Führungskraft, das Herausarbeiten neuer beruflicher Perspektiven und die Unterstützung beim Auftritt im Beruf.

Seit 2009 schreibt sie die wöchentliche Kolumne "Ihre Karriere bitte!" für die Oberhessische Presse. mehrKostenpflichtiger Inhalt