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Ihre Karriere, bitte! Ältere bevorzugt
Landkreis Ihre Karriere, bitte! Ältere bevorzugt
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11:54 04.02.2010
Inge Maisch unterstützt und berät Berufstätige als Coach.

Diese Unternehmen haben erkannt, dass sie in einer älter werdenden und schrumpfenden Gesellschaft wie in Deutschland zukünftig nur dann ausreichend Fachkräfte haben werden, wenn sie rechtzeitig in ihre Beschäftigten investieren. Mit gezielten Sportprogrammen für die Gesundheitsvorsorge, die Pflicht sind, mit gesundem Mittagessen in der Kantine, mit individuell ausgestalteter Weiterbildung und mit Teams aus älteren und jüngeren Betriebsangehörigen hoffen die Unternehmen, dass ihre älteren und fachlich wertvollen Mitarbeiter möglichst lange weiter arbeiten können und wollen.

Von ihren Initiativen sind alle Unternehmen überzeugt: Ältere Mitarbeiter lernen an der einen oder anderen Stelle zwar langsamer, sie haben jedoch im Durchschnitt eine hohe Arbeitsmoral, arbeiten qualitativ genauso gut oder besser als ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen, sind loyal und dank ihrer langjährigen Berufstätigkeit mit einem reichhaltigen Erfahrungsschatz gesegnet, der sich auszahlt, wenn er seitens eines Unternehmens richtig genutzt wird.

Die Unternehmen treffen dabei auf einen Trend, der sich unter den Älteren unter uns immer mehr abzeichnet. Die Zahl derjenigen, die zwischen 60 und 80 Jahre gerne weiterarbeiten möchte, ist zwischen 1998 und 2008 von einem Prozent auf 25% gestiegen. Dabei geht es den meisten nicht um eine Aufbesserung ihrer Rente. Viele der Älteren fühlen sich geistig und körperlich genügend fit, zumindest in Teilzeit und möglicherweise selbstständiger als bislang weiterzuarbeiten und etwas Neues dazu zu lernen. Sie wünschen sich vor allem, weiterhin an der Arbeitswelt teil haben zu können. Wenn es um ihre Weiterbildung geht, träumen ältere Arbeitnehmer allerdings weniger von Diplomen und Zertifikaten. Sie suchen vielmehr an der Praxis orientierte Fortbildungen, die ihnen ganz gezielt helfen können, in ihrem erlernten Beruf oder in einem neuen länger und selbstbestimmt arbeiten zu können.
von Inge Maisch

Checkliste für „Ältere bevorzugt“
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis:
1.) Firmen beklagen, dass sich Ältere oft gar nicht auf Stellenanzeigen bewerben. Wenn Sie sich für eine Stelle interessieren und unsicher sind, was sich hinter dem „modernen“ Job-Profil einer Anzeige verbirgt, lassen Sie sich von entsprechenden Einrichtungen beraten oder fragen Sie einen Coach und bewerben Sie sich dann ganz selbstbewusst mit Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung. Noch ist die Zahl der älteren Mitarbeiter, die damit Erfolg hat, klein. Sie nimmt jedoch stetig zu.
2.) Wenn Sie nicht so recht wissen, wer Ihnen bei Ihren Fragen weiter helfen kann: Sowohl öffentliche Einrichtungen als auch private Unternehmen bieten gezielt Informationen und Weiterbildungen an.
3.) Weiterbildung wird für ältere Arbeitnehmer künftig noch wichtiger sein als heute. Nutzen Sie besonders Angebote, die Ihnen helfen, Ihre individuellen und fachlichen Fähigkeiten weiter auszubauen.
4.) Trainieren Sie ganz bewusst Ihre Flexibilität und Kreativität und Ihre Neugierde. Flexibles und kreatives Denken helfen Ihnen, sich auf neue Herausforderungen unserer sich rasch ändernden Arbeits-Welt einstellen zu können. Und Ihre Neugierde verschafft Ihnen das Wissen, das Sie für Ihren – neuen - Beruf brauchen.

Tipps zum Lesen:
Brandenburg Uwe, Domschke, Jörg-Peter, Die Zukunft sieht alt aus - Herausforderungen des demografischen Wandels für das Personalmanagement, 2007, Gabler Verlag, ISBN: 978-3834901231
Hesse, Jürgen, Schrader, Hans Christian, Zu jung für die Rente – zu alt für den Job? Warum ältere Arbeitnehmer wieder gute Chancen haben, 2008, Eichborn Verlag, ISBN: 978-3821859590
Voelpel, Sven C., Leibold, Marius, Früchtenicht, Jan-Dirk, 2007, Publicis Corporate Publishing, Herausforderung 50 plus: Konzepte zum Management der Aging Workforce: Die Antwort auf das demographische Dilemma, ISBN: 978-3895782916

Das OP-Expertenteam
Waldemar Droß, Agentur für Arbeit Marburg, Leitung
Frank Hüttemann, Referent Wirtschaftsförderung Landkreis Marburg-Biedenkopf
Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Barbara Schade, Beraterin und Coach, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Elke Seim, Berufsberaterin, Agentur für Arbeit, Marburg