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Landkreis Hoher Turm, alte Linde und weite Sicht
Landkreis Hoher Turm, alte Linde und weite Sicht
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22:32 09.07.2012
Himmelsberg

Die Extratour Himmelsberg kann man an den Wanderportalen am Dorfgemeinschaftshaus in Himmelsberg oder am Hunburgturm in Burgholz, beide Orte zur Stadt Kirchhain gehörig, beginnen.

Ich entscheide mich für einen Start in Burgholz und steige zunächst einmal die 144 Stufen auf den Hunburgturm. Eine prächtige Sicht auf den Kellerwald, Vogelsberg und den Dünsberg bietet sich mir, bei ganz klarer Luft kann man sogar den Herkules in Kassel sehen. Am Wanderportal orientiere ich mich nochmals, entscheide mich der Wegbeschreibung aus dem Flyer der Region zu folgen und gelange schon kurz nach meinem Start zur Informationstafel über die Hunburg, einer im 8. Jahrhundert erbauten fränkischen Wehranlage, die allerdings heute kaum noch erkennbar ist. Nur unweit davon auf einem steilen Bergpfad bergab, befindet sich der Katharinabrunnen, der die Burg und später auch die Siedlung Burgholz mit Wasser versorgte.

Weg_8_Himmelsberg_Burgwald (36 kB)

Von hier führt der Weg unterhalb des Bergrückens der Hunburg auf einem weichen Waldweg zu einer kleinen Lichtung mit einem Ausblick auf Rauschenberg mit seiner imposanten Pfarrkirche und der darunterliegenden Altstadt. Ein großer Stein, auf dem eine riesige Pranke zu erkennen ist, weckt mein Interesse und auf einer Tafel kann ich die Sage von den Riesen Siddel und Rausch nachlesen. Auf dem Waldweg gehe ich durch weitere Lichtungen mit Ausblicken bis zu den Lahnbergen, immer steiler bergab in das Wohratal, zur Hardtmühle, über die Wohra und das ehemalige Gelände der Wohratalbahn. Von da führt das Himmelsberger Zugpfädchen steil, nahezu 100 Höhenmeter, bergan. Man geht zunächst in einem Bogen um Himmelsberg herum bis zum Lehrbienenstand an dem Informationen, aber auch Veranstaltungen wie etwa „Bienen und Wald“ am 1. Juli angeboten werden. Von dort kann man die Rodungsinsel mit Dorf gut erkennen, und auf einer der zahlreichen Bänke die Fernsichten zur Amöneburg, den Lahnbergen und zum 40 Kilometer entfernten Vogelsberg genießen.

Klicken Sie auf die Buttons an den Wanderrouten, um zur jeweiligen Detailbeschreibung zu gelangen.

Eine Informationstafel über Himmelsberg und Amöneburg sollte man studieren und dann bergab in die Mitte des Dorfes zur wenigstens 750 Jahre alten Tanzlinde und der neugotischen St.-Nikolauskirche gehen. Am kleinen Backhaus, Fachwerkhöfen, dem Dorfteich und der Grillhütte vorbei, führt der Weg bergab zur Quelle und dem Wiesenweiher Himmelskirch und dem Gedenkstein des im 14. Jahrhundert wüstgefallenen Weilers Bartenhausen.

Danach gehe ich entlang der ehemaligen Wohratalbahnlinie und dann über die Wohra und die Landstraße zu den Streuobstwiesen „In den Lambern“, über die auf Tafeln des Bundes für Umwelt und Naturschutz viel Wissenswertes zu lesen ist. Vom „Eichhänzchen“ am Rande des Neubaugebietes von Kirchhain gibt es eine schöne Aussicht auf die Stadt Kirchhain, die Amöneburg und die Lahnberge.

Danach gelangt man in die „Puppach“, einem Talzug der sich bis zur Kreuzeiche erstreckt, wo auch eine schattige Rastmöglichkeit besteht.

Sehr abwechslungsreicher Mischwald ist auf dem weiteren Weg, der Richtung Netzebachtal führt, prägend. Dann steigt plötzlich Heuduft in die Nase und man geht vorbei an einem Wiesenareal zu den Kuhteichen von Emsdorf, einer wildromantischen Tallandschaft mit Teichen in denen Schwertlilien blühen, Feuchtwiesen und Auwaldarealen, einem europäischen Flora-Fauna HabitatSchutzgebiet. Auf einem Waldpfad und Waldrandweg geht es bergauf an alten Eichen und Buchen und an einer Informationstafel zur Wasserversorgung von Burgholz vorbei. Das Dorf und die Kirche von Burgholz tauchen auf, und rechter Hand geht der Blick bis zum Kellerwald und dann erreicht man den Ausgangspunkt am Hunburgturm. Der Weg war durch die ehrenamtlichen Wegepaten, wie bisher bei allen Premiumwegen, durchweg vorbildlich beschildert und in gut begehbarem Zustand. Das Gasthaus am Turm hat geöffnet, so findet meine Wanderung einen erholsamen Abschluss.

von Gerd Daubert