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Zwei Sappeure machen den Weg frei

Grenzgang Biedenkopf Zwei Sappeure machen den Weg frei

Für Manfred Loch und Thorsten Maaß wird der Biedenkopfer Grenzgang in vorschriftsmäßiger Montur ein anstrengender Marsch.

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Thorsten Maaß (l.) und Manfred Loch führen den Biedenkopfer Grenzgang 2012 als Sapeure an.

Biedenkopf. Mit der charakteristischen Lederschürze und einer rund 1200 Gramm schweren Axt über der Schulter bilden Manfred Loch und Thorsten Maaß als Sappeure die Spitze des Grenzgangszugs. In früheren Zeiten hatten die Sappeure die Aufgabe, die Grenze von nachgewachsenen Sträuchern und Bäumen zu befreien. Denn schon damals betrug der zeitliche Abstand zwischen zwei Grenzbegehungen mindestens sieben Jahre, und in der Zwischenzeit hatte der Aufwuchs die Grenze verändert.

Der Begriff „Sappeur“, französisch für „Waldarbeiter“, hat sich aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit für dieses Amt erhalten. Mittlerweile geschieht das Aufräumen der Grenze lange vor dem eigentlichen Grenzgangsfest. Die Sappeure haben heutzutage deshalb die eher symbolische Aufgabe, hier und da einen Ast oder einen Strauch zu entfernen.

Das Komitee schreibt das Amt der beiden Sappeure aus und trifft eine Auswahl: 2012 ist sie auf Manfred Loch von der Männergesellschaft Thauwinkel/Eschenberg sowie auf Thorsten Maaß von der Männergesellschaft Oberstadt gefallen.

„Ich bin mit dem Wald eng verbunden“, erklärt der 54-jährige Manfred Loch auf die Frage, warum er sich um das Amt des Sappeurs beworben hat. Er und Thorsten Maaß müssen für die drei Tage der Grenzbegehung in guter Form sein, denn die Sappeure haben ein kräftezehrendes Amt: Ihre Kleidung und die Axt machen den anstrengenden Marsch über die Grenze noch schwieriger.

Für beide dürfte das aber kein Problem werden. Thorsten Maaß ist als Hundebesitzer den täglichen Gang in der Natur gewohnt, Manfred Loch ist passionierter Wanderer. In den vergangenen Wochen haben sie außerdem die Reiter und Führer bei deren Wanderungen und Ausflügen begleitet. Sappeur Manfred Loch freut sich besonders auf die einzigartige Perspektive, die den Sappeuren vorbehalten ist: „Weil wir ganz vorne gehen, haben wir einen ganz besonderen Blick auf die Menschenmassen“, sagt der Hobby-Fotograf, der die Kamera immer griffbereit hat, „auf diese Weise bekomme ich Fotos, die es sonst nie gibt.“

von Sophie Cyriax

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