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Zum Studium in den Solarpark

Exkursion Zum Studium in den Solarpark

Bauamtsleiter Thomas Reuter vermittelte den 34 Studenten der Philipps-Universität Marburg im Bad Endbacher Solarpark Vorzüge der Solaranlagen.

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Bad Endbachs Bauamtsleiter Thomas Reuter (links) stellte 34 Studenten während einer Ortsbesichtigung den Solarpark in Bad Endbach vor.

Quelle: Klaus Peter

Bad Endbach. Der Besuch der Marburger Studentinnen und Studenten mit ihrem Dozenten Dr. Walter Wilhelm Jungmann im Bad Endbacher Solarpark ist Bestandteil des Moduls „Außerschulische Lernorte und Umwelterziehung“, das für Lehramtsstudierende verpflichtend ist. Vorausgegangen war eine Besichtigung des Weidenhäuser Rückhaltebeckens.

Den Anstoß zu dieser Besichtigung hatte Tim Wagner aus Weidenhausen, einer der Studenten gegeben, der auf diesen großvolumigen Solarpark in unmittelbarer Nähe seines Heimatortes den Dozenten Dr. Jungmann hingewiesen hatte. Im Solarpark begrüßte Thomas Reuter, Bauamtsleiter der Gemeinde Bad Endbach, die Abordnung aus Marburg und stellte die Fakten des Solarparkes vor.

Im Jahre 1996 sei auf dem jetzigen Gelände des Solarparks ein Gewerbegebiet auf der „grünen Wiese“ ausgewiesen worden. Da nach etwa 15 Jahren kein potenzieller Interessent gefunden worden war, sei auch im Zuge der Energiewende überlegt worden, diese Fläche für einen Solarpark freizugeben. Dafür habe sich dann ein Investor aus Hamburg beworben. Anschließend seien Gespräche mit allen Eigentümern geführt und eine Verpächtergemeinschaft gegründet worden. Der Investor habe dann mit dieser Verpächtergemeinschaft einen Vertrag geschlossen und die Fläche von mehr als 13 Hektar angepachtet. Bereits im August 2011 sei mit den Bauarbeiten begonnen und mittlerweile seien auf einer Fläche von 10,8 Hektar Solarfelder installiert worden. Im Oktober des vergangenen Jahres sei die Anlage an das Netz gegangen.

Die Anlage leistet bis zu 7,2 Megawatt und über 30 000 Einzelmodule. Den Stromertrag bezifferte Reuter auf 6000 bis 7000 Megawattstunden. Der Solarpark enthält acht Stationen Wechselrichter und ist nach Südwesten ausgerichtet. Wie Reuter weiter ausführte, habe der April mit 765000 Kilowattstunden einen hervorragenden Ertrag gebracht.

Auf die Frage eines Studenten, ob dieses Projekt auch ohne EU-Förderung zustande gekommen wäre, sagte Reuter, er bezweifle das, denn die Einspeisevergütung würde bei rund 30 Cent pro Kilowattstunde liegen.

Auch die Frage, ob dieses Areal nicht für den Maisanbau und damit für Biomasse genützt werden könne, beschied Reuter negativ, da der Ertrag daraus in keinem Verhältnis zu dem jetzigen Ertrag des Solarparks stehe. Auf der jetzigen Fläche, so Reuter weiter, könnten theoretisch fast 40 Windkraftanlagen stehen, wobei eine Windkraftanlage der Drei-Megawatt-Klasse, sofern diese auf einer Höhe von mindestens 400 Meter NN stehe, allein so viel Strom erzeugen würde, wie der gesamte Solarpark. Die Höhenlage dieses Areals von 320 Meter NN ließe jedoch dieses aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu.

Nach den Investitionskosten für diesen Solarpark befragt, schätzte Reuter dieselben mit etwa sieben Millionen Euro ein und betonte auf Nachfrage, dass eine Windkraftanlage der Drei-Megawatt-Klasse knapp fünf Millionen Euro koste und die Einspeisevergütung bei Solaranlagen dreimal so hoch sei wie bei Windkraftanlagen.

Auch würde man bei Windkraftanlagen rechnen, dass jeder Meter über 400 Meter NN ein Prozent mehr Stromertrag bringe.

Der Besichtigung schloss sich eine Diskussion im Bad Endbacher Bürgerhaus an, bei der auch die Windkraft in der Region in den Fokus rückte.

Dazu betonte Dr. Jungmann, dass das Gladenbacher Bergland aufgrund seiner Höhenlagen für Windkraft gut geeignet sei.

von Klaus Peter

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