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Zukunft beginnt erst ein Jahr später

elektronische Lohnsteuerkarte Zukunft beginnt erst ein Jahr später

2011 sollte eigentlich Schluss sein. Schluss mit der herkömmlichen Steuerkarte, Schluss mit komplizierter Bürokratie. Doch das alte Papiersystem bleibt  im „Zeitalter 2.0“ weiter bestehen.  

Marburg. „Papier war gestern. Die Zukunft der Lohnsteuerkarte ist elektronisch.“ So zumindest steht es noch auf der Homepage des Finanzamtes Marburg-Biedenkopf. Reiner Kreuter, Sachgebietsleiter Bürgerservice beim Finanzamt, weiß jedoch: „Die Zukunft kommt erst ein Jahr später.“ Denn auch 2012 wird die Papiersteuerkarte  noch nicht durch das elektronische System ELstAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale)abgelöst. Bereits zum zweiten Mal wurde die Einführung verschoben. Wieder um zwölf Monate, wieder mit großem bürokratischen Aufwand. Das elektronische Lohnsteuersystem soll nun im Januar 2013 an den Start gehen.

So recht überrascht hat den Beschluss der Finanzministerkonferenz beim Finanzamt Marburg Biedenkopf kaum jemand. „Das hat sich abgezeichnet. Einige Sachen haben einfach noch nicht funktioniert“, kommentiert Kreuter den Beschluss. Doch welche Konsequenzen hat die erneute Verschiebung von ELstAM für die Bürger? Kreuter weiß: Am Verfahren wird sich kaum etwas ändern, wohl aber an der Durchführung. „Ein Großteil der Arbeit, die früher die Gemeinden gemacht haben, wurde jetzt auf die Finanzämter übertragen. Dabei wurde aber der Personalschlüssel nicht erhöht.“

Im Klartext: Im Oktober flatterte Post vom Finanzamt ins Haus. Keine neue Lohnsteuerkarte, sondern eine Mitteilung der gespeicherten ELstAM-Daten fand sich in dem Umschlag. Die zusätzliche Bitte an die Empfänger: Alle Daten, die für die Erfassung der elektronischen Steuerkarte nötig sind, sollten überprüft werden. „Die Fehlerquote lag relativ hoch. Wir hatten bis zu 3500 Anrufe pro Tag  und bis zu 300 Leute, die die persönlichen Sprechzeiten nutzten. Da kam es schon mal zu Wartezeiten“, so Kreuter.

von Marie Lisa Schulz

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