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Hinterland "Zu schade für Notunterkünfte"
Landkreis Hinterland "Zu schade für Notunterkünfte"
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18:27 20.03.2013
Bad Endbach

Ohne Aussprache votierten die Gemeindevertreter am Montagabend einstimmig für eine Veränderungssperre des Bebauungsplans „Ebersgrube“ in Wommelshausen. Damit ist der Plan zweier Investoren, im „Haus Felsengrund“ Asylbewerber unterzubringen, durchkreuzt worden. Das Haus steht seit 2011 leer und wurde seit 1990 vom Diakonischen Werk der Freien evangelischen Gemeinde als Tagungshotel und für Freizeiten genutzt.

Für Bürgermeister Markus Schäfer steht fest, dass die Gemeinde mit der Veränderungssperre nichts verhindern, sondern das idyllisch gelegene Haus in seiner ursprünglichen Nutzungsform erhalten will. Der Gemeindevorstand sei der Auffassung, dass das Haus nach wie vor touristisch nutzbar ist.

„Es ist zu schade für Notunterkünfte“, sagt Schäfer. Zudem sei es aufgrund seiner Lage am Ortsrand als Unterkunft für Asylbewerber nicht geeignet. Dort würde man die Menschen gettoisieren. Besser wäre es, ein Haus im Ortskern zu nutzen, damit sich die Menschen in die Dorfgemeinschaft integrieren könnten.

Das Nein der Gemeinde zur Nutzung des „Hauses Felsengrund“ als Asylbewerberheim begründet Schäfer damit, dass innerhalb der Kommune bereits Unterkünfte vorhanden sind. In einem Wohnhaus in Bad Endbach sind Plätze für zehn junge Menschen afrikanischer Herkunft vorhanden. In Wommelshausen-Hütte seien zwischenzeitlich auch Unterkünfte in einem Gasthaus angeboten worden. Damit habe die Gemeinde ihr Soll erfüllt, sagt Schäfer.

Dem „Haus Felsengrund“ spricht er eine Zukunft nicht ab. Es eigne sich aufgrund seiner ruhigen Lage für Angebote wie Meditation, Entspannungstherapien oder Yoga. Der Erfolg des Hauses stehe und falle mit dem Betreiberkonzept, sagt Schäfer.

Die Veränderungssperre gilt so lange bis die Bauleitplanung für das Gebiet umgesetzt ist.

„Wir verhindern nichts. Kommunen sind gut beraten, Menschen, die auf der Flucht sind, Unterkünfte zu bieten. Doch nicht nur in Bad Endbach gibt es schöne Ecken, sondern im gesamten Landkreis“, erklärt Schäfer. Er befürchtet, dass die Investoren mit einem Asylbewerberheim nur schnelles Geld machen wollen. Das Wohl der Gemeinde stehe dem aber entgegen.

von Silke Pfeifer-Sternke

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