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Zöllner decken nicht nur Schmuggel auf

Marburg Zöllner decken nicht nur Schmuggel auf

Zwei Mitarbeiter des Deutschen Zolls besuchten gestern die Auszubildenden zu Groß- und Außenhändlern an den Kaufmännischen Schulen Marburg.

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Mit den beiden Vertretern des Zolls stellten sich die Auszubildenden zu Groß- und Außenhandelskaufleuten zu einem Gruppenfoto auf.

Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg . Import, Export und Zollabfertigung waren für die beiden Klassen mit Auszubildenden zu Kaufleuten im Groß- und Außenhandel der Kaufmännischen Schulen Marburg bisher nur theoretische Begriffe. Mit Zolloberamtsrat Herbert Losekam und Zolloberinspektor Alexander Göllner kamen gestern zwei Mitarbeiter des Deutschen Zolls in den Unterricht, die den Auszubildenden auch die praktische Seite dieser Begriffe näherbrachten. Sie erläuterten den Schülern typische Arbeiten des Zolls, beantworteten Fragen zur Aus- und Weiterbildung und zeigten schließlich wie eine Ausfuhranmeldung von einem Produkt per Internet angefertigt wird. „Der deutsche Zoll hat im vergangenen Jahr 950 Millionen Euro eingenommen“, berichtete Losekam den Schülern. Davon seien 21 Millionen Euro an die Europäische Union gegangen, der Rest fließe direkt in den Bundeshaushalt ein.

Gemeinsam mit Alexander Göllner erstellten die Schüler schließlich noch eine Zollanmeldung mit Internet-Ausfuhranmeldung. Dabei erfuhren sie, dass es dabei so einiges an Vorschriften zu beachten gilt. „Jede einzelne Ware muss klassifiziert werden, damit anschließend geprüft werden kann, ob die Ware ausgeführt werden darf“, betonte Göllner. Erst danach könne die Anmeldung erfolgen. 25 Prozent der Anmeldungen werde über die Internet-Ausfuhranmeldung getätigt. „Das Zollamt fördert die Fortbildung der Export- und Importsachbearbeiter gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern mit regelmäßigen Zollseminaren. Da lag es auch nahe, die künftigen Außenhandelskaufleute an dieser Schule mit der Zollpraxis vertraut zu machen und sie für die Einhaltung der Zollvorschriften zu sensibilisieren“, erläuterte Losekam, was er sich von der Veranstaltung erhoffe. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte würden den Außenhandelsunternehmen eine problemlose Zollabwicklung und eine Konkurrenzfähigkeit auf den globalen Märkten sichern.

„Außerdem können wir bei dem ein oder anderen vielleicht das Interesse für eine berufliche Karriere beim Zoll wecken“, ergänzte der Zolloberamtsrat. Schließlich habe auch er diese Karriere erst nach dem Abschluss einer Ausbildung zum Industriekaufmann eingeschlagen, was ihm viele Vorteile beschert habe. Die Kaufmännischen Schulen Marburg sind seit fast zehn Jahren zentraler Standort in Hessen für die Ausbildung von Kaufleuten im Groß- und Außenhandel, Fachrichtung Außenhandel. „Unsere Lehrkräfte haben bereits an zahlreichen Fortbildungen der Industrie- und Handelskammer zum Thema Export-/Importabwicklung teilgenommen. Dennoch stellen die Auszubildenden immer wieder Fragen, die die Lehrer nicht beantworten können, weil ihnen die tägliche Praxis fehlt“, erklärt Schulleiter Siegmar Günther. Mit dem gestrigen Termin hätten die Schüler nun erstmals die Möglichkeit gehabt, sich mit Mitarbeitern des Zollamtes persönlich auszutauschen und Fragen zu stellen.

Weitere Informationen zur Ausbildung beim Zoll und zur Arbeit des Zolls gibt es im Internet unter www.zoll.de.

von Katharina Kaufmann

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