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Zerwürfnisse vor dem Spatenstich

Bau des Altenzentrums in Lohra Zerwürfnisse vor dem Spatenstich

Am Montag erfolgt der erste Spatenstich zum Bau des Altenzentrums in Lohra. Am Donnerstag debattierten die Gemeindevertreter kontrovers über die Regelungen des Kauf­vertrags.

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Planierraupe und Walze stehen bereit, auch das Bauschild steht schon: Am Montag erfolgt in Lohra der erste Spatenstich zum Altenzentrum.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. „Mann, o Mann. Montag kommt der Investor zum ersten Spatenstich“, bemerkte Werner Waßmuth zur „plötzlichen Diskussion, die wir nicht gebrauchen können“. Der CDU-Fraktionsvorsitzende äußerte sich zu den Einwänden, als es um die Änderung des Bebauungsplanes „Auf den Langen Strichen“ und den Kauf eines Grundstücks des Altenheim-Investors Antan-Recona ging.

Auch der SPD-Fraktionschef sprach für diejenigen, die das Altenzentrum uneingeschränkt befürworten. Er habe den Eindruck, dass einige Schwierigkeiten beim Setzen von Prioritäten hätten, sagte Kurt Schwald. Lohra bekomme ein Altenzentrum, ein wichtiger Baustein, um Lohra attraktiver zu machen. Da sollte man „nicht nach Erbsen suchen“, sondern „hier und da ein Paar Dinge unterordnen“.

Es sei aber nicht in Ordnung, wenn Fakten geschaffen würden, „denen wir nachkommen müssen“, entgegnete Karl Klefenz von den Grünen. Zum einen ging es um Kaufvertragsregelungen mit dem Investor. Dieser hat das Gelände von den Eigentümern gekauft und bietet der Gemeinde an, Flächen von insgesamt 1.800 Quadratmetern für die Gehwege an der Konrad-Gaul-Straße, für eine Zisterne und für eine Ausgleichsfläche zum Preis von 10 Euro pro Quadratmeter zurückkaufen.

Bürgermeister Georg Gaul erläuterte hierzu, dass der Bauherr die Gehweganlagen auf eigene Kosten erstellen würde, was für die Gemeinde, die sonst im Verhältnis 90/10 größter Beitragszahler wäre, eine große Ersparnis bedeute. Auch die Zisterne sei notwendig, da der Brandschutz mit den bestehenden zwei Hydranten „grenzwertig sei“. Auch die Ausgleichsfläche würde vom Bauherrn angelegt und mit Hecken bepflanzt, die nur alle 15 bis 20 Jahre beschnitten werden müssten, entgegnete Gaul zu Fragen nach künftigen Kosten für die Gemeinde.

Trotz des Einwandes von Norbert Bingel (BfB), dass nur die Bauleitplanung geändert werden solle und keinen weiteren Kosten auf die Gemeinde zukämen, stimmte die Versammlung mit 16 Ja- bei 4 Neinstimmen und 7 Enthaltungen für den Kauf des Geländes. Mit 19 zu 2 zu 6 Stimmen befürworteten die Parlamentarier auch die Änderung des Bebauungsplanes, obwohl zum Beispiel Edmund Heinz (FWG) monierte, dass ein 70 Meter langer Bau mit zwei Etagen, der nur 3 Meter Grenzabstand zum Bürgersteig habe, der Ruhe in diesem Bereich nicht entgegenkomme.

Der Bauherr, die Antan-Recona GmbH, will in rund zehn Monaten auf dem 5.200 Quadratmeter großen Grundstück ein Pflegeheim für 48 Senioren erstellen. Die alten Menschen werden in vier Wohngruppen leben. Hinzu kommen noch 10 Senioren in ­Tagespflege, die in der Einrichtung einen Platz finden. Die Investitionssumme wird rund 4,2 Millionen Euro betragen. Der Bauherr hat einen Pachtvertrag über 25 Jahre Laufzeit mit der AWO Nordhessen als Betreiber abgeschlossen.

Zuvor war ein Antrag der CDU-Fraktion beraten worden, in dem es um die Sanierung und Modernisierung des Rathauses ging. Der Fraktionsvorsitzende Werner Waßmuth monierte, dass die Gemeinde sparen müsse und dazu zum Beispiel über die Schließung von Dorfgemeinschaftshäusern diskutiere, aber gleichzeitig viel Geld in das Rathaus stecken wolle.

Er bezweifelt, dass die vom Gemeindevorstand genannten rund 315.000 Euro für das Vorhaben ausreichen, zumal seine Fraktion bei einer Nachrechnung auf einen Gesamtbedarf von rund 650.000 Euro komme. Die Versammlung entsprach dem Vorschlag und leitete die Angelegenheit an die Ausschüsse weiter.

von Gianfranco Fain

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