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„Zerstörungswut“ trübt Saisonauftakt

Flowtrail „Zerstörungswut“ trübt Saisonauftakt

Auf der Hartenroder Strecke sind wieder Mountainbiker unterwegs. ­Neben dem regnerischen Wetter sorgte Vandalismus für Frust.

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Dreckige Bikes, zufriedene Gesichter: Mathias (links) und Markus Reinschmidt aus Siegen loben vor allem den „coolen Übungs­parcours“.

Quelle: Peter Piplies

Bad Endbach. „Es tut einfach weh zu sehen, wie hier ehrenamtliche Arbeit kaputt gemacht wird“, erklärt Birgit Jüngst-Dauber. Die Projektleiterin des Flowtrails kann die wiederholt auftretenden Verwüstungen an der Beschilderung der Mountainbike-Strecke nicht verstehen.

Mit ehrenamtlichen Engagement sei der Flowtrail aufgebaut und bisher erhalten worden. Seit 2017 ist auch der Bauhof der Gemeinde im Einsatz. Denn durch die vermehrte touristische Nutzung der Strecke sei eine rein ­ehrenamtliche Bewirtschaftung nicht mehr möglich, erläuterte Jüngst-Dauber.

Eine Woche vor der Saisoneröffnung wurden nun zahlreiche Wegweiser in der Gemarkung Hartenrod beschädigt. Nachdem Jüngst-Dauber mit ihren Mitstreitern daraufhin die Teilstrecke neu ausgeschildert hatte, stellte die Initiatorin am Tag vor der Eröffnung fest, dass ihre Arbeit auf dem gleichen Abschnitt erneut zunichte gemacht worden war. Von „blinder Zerstörungswut“ spricht die Projektleiterin.

Die zehn Kilometer lange Runde zur rasanten Abfahrt durch den Wald führt ausschließlich über gemeindliche Forstwege und darf daher von jedermann das ganze Jahr über befahren werden. Sollte der Vandalismus weitergehen und die Betreuung der Strecke eingestellt werden, gäbe es gar keine geregelten Abfahrtswege und Schonzeiten mehr, sagt Jüngst-Dauber.

Letzte Reparaturen am Tag vor Saisonstart

Die Folge wäre, dass wieder jeder – wie vor dem Bau des Flowtrails – kreuz und quer durch den Wald fahren würde, befürchtet die Radsportlerin. Diejenigen, die vielleicht aus „purem Hass oder Neid auf ihre aktiven Mitbürger“ die Wegweiser abreißen, hätten dann genau das Gegenteil erreicht.

Da Jüngst-Dauber und ­ihre Mitstreiter ihre Freizeit noch einmal geopfert und die Strecke erneut ausgeschildert hatten, konnten zumindest die „harten“ Mountainbiker am Ostersonntag den Saisonstart genießen. Sie ließen sich weder von trüben Wolken, Regen oder Schlamm abschrecken.
Dazu gehörten Julian Axt und Felix Keil aus Gießen. „Schlimmer als Matsch kann es ja schließlich nicht werden“, sagte Axt. Er ist mehrmals pro Woche mit seinem Bike im heimischen Forst unterwegs und war nun zur offiziellen Saisoneröffnung mit seinem Kumpel nach Bad Endbach gekommen. Die Strecke sei gut und so angelegt, dass Anfänger, Fortgeschrittene und Profis gleichermaßen ihren Spaß hätten.

Biker-Trio aus Siegen lobt „coolen Übungsparcours“

Aus Runzhausen waren Justin Weber und Bastian Totzik gekommen. Die beiden Freunde kommen nach eigenem Bekunden „so oft es geht“ nach Bad Endbach. Die Nähe zu ihrem Wohnort sei ein großer Vorteil der Flowtrail-Strecke für die beiden Jugendlichen. Zudem seien die Sprünge sehr gut und man könne nicht nur „großen Spaß hier haben“ sondern auch „seinen Gedanken in der Natur freien Lauf lassen“.

Dass der Trail auch über die Landesgrenze hinweg bekannt und beliebt ist, bewies ein Trio aus Siegen. Mathias und Markus Reinschmidt sowie Christof Wiese lobten vor allem den „coolen Übungsparcours, den es so noch nicht einmal bei größeren Strecken gibt“. Im Vergleich zu ihrem Siegener Flowtrail auf den Fischbacherberg sei die Strecke in Bad Endbach 
eine sehr schöne Abwechslung, die sehr gut ausgeschildert sei. Zum Abschied betonten die drei Mountainbiker: „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung.“

Am kommenden Samstag, 7. April, wird der Liftshuttle am Hartenroder Skihang als kraftsparender Zubringer zu den Flowtrail-Abfahrten angeboten.     

von Peter Piplies

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