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Wüste Schlägerei wegen Eifersucht

Amtsgericht Wüste Schlägerei wegen Eifersucht

Der Streit zwischen zwei 17-jährigen Jugendlichen führte dazu, dass beide vor dem Amtsgericht Biedenkopf landeten.

Biedenkopf. Zu diesem Streit war es gekommen, nachdem der eine junge Mann über das Internet mit der Freundin des anderen kommuniziert hatte. Dieser, von Eifersucht geplagt, versuchte daraufhin seinen Nebenbuhler ausfindig zu machen, geriet dabei jedoch an dessen Cousin. Dieser habe ihn massiv beleidigt, gab der eifersüchtige 17-Jährige vor Gericht an. Es wurde vereinbart, sich jeweils zu zweit in Wolzhausen zu treffen, um die Sache zu „besprechen“. Zeugen sagten aus, dies habe wohl für eine Partei zugetroffen. Jedoch sei die andere mit mindestens acht Jugendlichen in einem Auto angereist, die auch Baseballschläger mit sich geführt hätten.

Vor der Polizei hatte der eifersüchtige 17-Jährige angegeben, dass er nicht vor Ort gewesen sei. Vor Gericht gab dieser jedoch an, dass er dagewesen, jedoch weggelaufen sei. In dieser Auseinandersetzung, deren Ursprung letztendlich nicht geklärt werden konnte, trugen drei Personen Verletzungen davon, wovon einer eine Platzwunde am Kopf erlitt, ausgelöst durch eine Dachlatte. Einer anderen Person wurde in den Arm gestochen. Ein Messer sei auszuschließen, sagte Richter Mirko Schulte. die Art der Verletzung deute auf einen Nagel hin.

In der Zeugenvernehmung war auch Kurioses zu vernehmen. So waren zwei Nachbarn zu dem Geschehen geeilt, um einzugreifen. Der Ältere äußerte vor Gericht in Richtung der Angeklagten: „Ich habe früher oft genug da gesessen, wo ihr heute sitzt, und weiß genau, wie es läuft. Ihr beide seid doch blöd. Ihr sitzt hier und die anderen zehn nicht.“

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft verurteilte Richter Schulte den „eifersüchtigen“ jungen Mann zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit und den Mittäter zu vier Tagen Dauerarrest. Den Urteilsspruch begründete Schulte damit, dass dem eifersüchtigen jungen Mann nicht widerlegt werden konnte, dass er weggelaufen sei. Dies allein stelle jedoch keine Strafbefreiung dar, denn wer sehe, dass eine Gruppe beauftragter Freunde loslaufe, um sich zu rächen, dürfe nicht weglaufen, sondern müsse alles daransetzen, um seine Freunde von ihrem Tun abzuhalten.

Der zum Dauerarrest verurteilte 17-Jährige sei aufgrund seiner kräftigen Statur als Haupttäter und Rädelsführer wiedererkannt worden, der auch die Befehle erteilt habe.

von Helga Peter

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